Wasser heute und morgen

2020 war der Sommer hierzulande das dritte Jahr in Folge heiß und trocken. In vielen Regionen hat der fehlende Niederschlag zu extremer Dürre geführt. Solche Hitzeperioden, aber auch Stark-regenereignisse, werden im Zuge des Klimawandels weiter zunehmen und die Wasserwirtschaft vor neue Herausforderungen stellen. Veolia macht die Wasserversorgung in den Kommunen bereits heute zukunftssicher, damit auch morgen genug Trinkwasser aus den Hähnen fließt.
Veröffentlicht Januar 2021

Die gute Nachricht vorneweg: Deutschland verfügt grundsätzlich über ausreichend Wasser für alle. Das so genannte Wasserdargebot, also die Menge an Grund- und Oberflächenwasser, die theoretisch nutzbar ist, beträgt im Mittel 188 Milliarden Kubikmeter pro Jahr. Und nur etwa 3 Prozent der erneuerbaren Wasserressourcen entnimmt die öffentliche Wasserversorgung. Gleichzeitig ist der Verbrauch in privaten Haushalten von 1990 bis heute erheblich zurückgegangen: von 144 Litern pro Person und Tag im Jahr 1991 auf 123 Liter heute. 

Es herrscht also bisher kein Mangel an Trinkwasser. Und dennoch hat es diesen Frühling und Sommer lokale Engpässe gegeben, nachdem es vor allem im April, Mai und Juli viel zu wenig geregnet hatte. In einigen Regionen sind die Grundwasserbestände deutlich zurückgegangen, vor allem in den oberflächennahen Schichten. Brunnen sind schlichtweg ausgetrocknet und einzelne Wasserwerke oder Talsperren kamen an ihre Grenzen. Wasserentnahmen für die Bewässerung von Gärten oder landwirtschaftlich genutzten Flächen mussten untersagt werden, wenn auch nur vorübergehend. Was bedeuten diese Entwicklungen für die Wasserwirtschaft und für Veolia?

„Dürre und Hitze sind ein Stresstest für die Wasser-Infrastruktur, aber wir sind in der Lage, darauf zu reagieren und unsere Systeme anzupassen. So sorgen wir mit unseren Lösungen dafür, dass die Infrastruktur den Test besteht, heute und in Zukunft“, sagt Dr. Markus Biegel, Leiter Betrieb Trinkwasser bei der Veolia Wasser Deutschland GmbH. 

Deutschlandweit versorgt die Veolia Wasser Deutschland GmbH im kommunalen Auftrag mehr als
660 000 Einwohner mit Trinkwasser und betreibt kommunale Kläranlagen und Abwassernetze mit einer Anschlusskapazität von über einer Million Einwohnerwerten.

Erfahren Sie mehr unter: www.veolia.de/leistungen-wasser

 

Mit neuen Konzeptionen zukunftssicher aufstellen

Als Partner der Kommunen in der Trinkwasserversorgung und Abwasserbehandlung erarbeitet Veolia Konzeptionen, die die Trinkwasserversorgung langfristig gewährleisten sollen: etwa durch die Sicherung der Grundwasservorkommen, die Verbesserung der Wasserqualität, den Bau neuer Trinkwasseranlagen, die Vernetzung der Versorgungsgebiete bis hin zu unterirdischen Wasserzisternen. 

Veolia schafft auch dort den Anschluss an das öffentliche Trinkwassernetz, wo dieser noch nicht besteht. So hat das Unternehmen im Sommer 2020 Kolka, einen Ortsteil der Stadt Geithain in Sachsen, an das öffentliche Trinkwassernetz angeschlossen, nachdem die privaten Brunnen in dem Dorf nicht mehr ausreichend Wasser lieferten bzw. ausgetrocknet waren.  Wenn zukünftig also Wasser knapper wird, werden die Nutzer auch stärker um die wertvolle Ressource konkurrieren. Veolia entwickelt deshalb Lösungen, um die Ressource Wasser zu schonen, beispielsweise durch Wasserwiederverwendung – und erfüllt dabei sicher die Hygiene- und Umweltanforderungen. So nutzt das Unternehmen bereits gereinigtes Abwasser für die Bewässerung von Weinbergen in Frankreich, für die Brauchwasserversorgung eines Industrieparks in Spanien und zur Beregnung eines Golfplatzes im niedersächsischen Bad Münder.

Trinkwasser­verluste mit digitaler Technik senken

Wasserverluste im täglichen Geschäft zu reduzieren – dabei unterstützt auch die Digitalisierung. Derzeit testet Veolia in Döbeln (Sachsen) die neueste Generation von intelligenten Geräuschloggern. Die Zylinder registrieren bereits kleinste Geräusche im Untergrund und ermöglichen so, Rohrbrüche noch schneller zu lokalisieren und zu beheben. 

„Unser Anspruch ist es, die Wasserverluste auf sehr niedrigem Niveau zu halten. Gerade in Zeiten, wo wir im Sommer über Monate mit großer Hitze und Trockenheit zu kämpfen haben und von den Grundwasserspeichern zehren“, erinnert Dr. Markus Biegel, „ist der effiziente Umgang mit den vorhandenen Ressourcen umso wichtiger.“ Die Geräuschlogger übertragen ihre Daten über das Schmalband-Internet der Dinge, kurz NB IoT. Auf zentralen Servern gespeichert, stehen sie den Veolia Mitarbeitern rund um die Uhr zur Verfügung, so dass sie das Netz permanent überwachen und exakt feststellen können, wo es Störungen gibt.

Mit diesen und weiteren Lösungen unterstützt Veolia die Kommunen dabei, die Wasserversorgung zukunftsfähig aufzustellen – mit Blick auf den Klima- und Umweltschutz und unter Einbeziehung neuer digitaler Möglichkeiten.

Neues Wasserwerk schließt den Kreis für eine sichere Trinkwasserversorgung

In Prießnitz im Landkreis Leipzig haben Veolia und der Versorgungsverband Grimma-Geithain ein neues Wasserwerk gebaut. Der Neubau ersetzt künftig das alte, in die Jahre gekommene Wasserwerk in direkter Nachbarschaft.

In der modernen Anlage können in Zukunft täglich bis zu 230 Kubikmeter Wasser pro Stunde aufbereitet werden, maximal 5 500 Kubikmeter am Tag, das entspricht etwa 1 600 Badewannen. Um die Rohwassergewinnung optimal zu gestalten, werden die 14 Brunnen im Umfeld ertüchtigt, um ihre maximale Förderleistung ausschöpfen zu können. „Ein komplett neues Wasserwerk zu bauen, das hat Seltenheitswert“, sagt Veolia Projektmanager Uwe Merkel. Für die zuverlässige Trinkwasserversorgung der Region ist dieser Neubau aber unerlässlich. Es entsteht damit ein wichtiger Ringschluss der Wasserwerke im Verbandsgebiet. Damit sind wir auch für länger anhaltende Versorgungsunterbrechungen oder außergewöhnliche Ereignisse, wie etwa ein Hochwasser, bestens gewappnet.“

 

Imposantes Wasserbett für Feuerwehren

Nicht genügend Löschwasser? Ein Problem, das viele Kommunen kennen und lösen müssen. Veolia unterstützt sie dabei und hat eine Idee: oberirdische Löschwasserzisternen.

Die mobilen Löschwasservorräte ergänzen vorhandene Löschwasserkonzepte der Städte und Gemeinden ideal – vor allem in ländlich geprägten, dünn besiedelten Gebieten oder städtischen Randlagen. Darüber hinaus arbeiten im südlichen Sachsen-Anhalt die Feuerwehren schon heute mit einer webbasierten Hydrantenübersicht, mit der sie sich schnell und fundiert über die Verfügbarkeit und Leistung von Hydranten informieren können.

Vernetzt in die Zukunft der Wasserversorgung

Den Herausforderungen des Klimawandels begegnet die Döbeln-Oschatzer Wasserwirtschaft GmbH, in der Veolia und der Wasserverband Döbeln-Oschatz zusammenarbeiten, mit einer umfassenden Trinkwasserkonzeption. Diese enthält Pläne für die Infrastrukturgestaltung in den nächsten 30 Jahren, um die Menschen im Verbandsgebiet zuverlässig mit Trinkwasser in Top-Qualität und in ausreichender Menge zu versorgen.

Die Partner investieren kontinuierlich in das Trinkwasserversorgungsnetz und verbessern darüber langfristig die Versorgungssicherheit. „In Zukunft werden wir mehr denn je auf vernetzte Systeme und Strukturen in der Trinkwasserversorgung angewiesen sein. Wir betrachten die Anlagen nicht im Einzelnen, sondern sehen uns an, wie sie am besten zusammen agieren können“, schildert Marcus Riemer, Leiter der Veolia Niederlassung in Döbeln. Die Vernetzung hilft dabei, bei Engpässen kurzfristig einen Ausgleich zu schaffen und die Kunden überall im Verbandsgebiet mit Wasser zu versorgen.