VIGIE COVID-19: Den Verlauf der Epidemie besser mitverfolgen

Veolia hat sich die seit April gesammelten Erfahrungen zunutze gemacht und in Frankreich ein Corona-Frühwarnsystem namens VIGIE COVID-19 zur Erkennung von SARS-CoV-2-Spuren im Abwasser entwickelt, um daraus indirekt auf die Verbreitung des Virus in der Bevölkerung zu schließen. Das Ziel: den Kommunen einen neuen wertvollen Indikator zur Verfügung stellen, mit denen sie der epidemiologischen Entwicklung in ihrem Gebiet besser vorgreifen und diese überwachen können.
Veröffentlicht Januar 2021

Dieser Alarmindikator dient als eines von vielen Instrumenten der Kommunen zur Ermittlung der Coronaverbreitung dazu, die Wahrscheinlichkeit von Höchstbelegungen in den Krankenhäusern etwa zwei Wochen im Voraus zu antizipieren. Zwar wurde kein signifikanter Zusammenhang zwischen der Konzentration an Virusspuren bei Eintritt der Abwässer in eine Kläranlage und der Entwicklung der Epidemie in der Bevölkerung nachgewiesen, dennoch herrscht in der internationalen wissenschaftlichen Literatur Einigkeit darüber, dass bis zu mehreren Wochen vor einer Krankenhaushöchstbelegung genetisches Virusmaterial im Abwasser zu finden ist. Das Instrument ist eine ideale Ergänzung zu gezielteren epidemiologischen Messungen und extrem repräsentativ, da die gesamte Bevölkerung berücksichtigt wird (einschließlich nicht getesteter oder symptomfreier Personen). Bei der Entwicklung des Tools, das vor allem auch dem Schutz der Mitarbeiter in den Kläranlagen dienen sollte, stützte sich Veolia auf sein Forschungs- und Innovationslabor (R&I), das auf dem Gebiet der mikrobiologischen Umweltanalytik führend ist, sowie auf Partnerlabore, die von den R&I-Teams aufgrund der zuverlässigen und soliden Analyseprotokolle und Ergebnisse ausgewählt wurden. Um sein Fachwissen besser verwerten zu können, arbeitet Veolia in einer partnerschaftlichen Beziehung mit dem Netzwerk OBÉPINE (siehe Kästchen) zusammen. Das VIGIE COVID-19-Instrument ist also eine Kombination aus einem Detektionstool und einem Dashboard zur Analyse und Kommunikation der Ergebnisse. Es wird Kommunen angeboten, die die auf Departement-Ebene verfügbaren epidemiologischen Daten vervollständigen möchten. 

Langfristig könnte VIGIE COVID-19 bei allen Kunden des öffentlichen und tertiären Sektors weltweit eingesetzt werden - möglicherweise sogar mit einer präziseren Rückverfolgung.

OBÉPINE spürt das Virus in Abwässern auf

Im April 2020 richteten mehrere, vom französischen Ministerium für Hochschulwesen, Forschung und Innovation unterstützte Labore das nationale Monitoring-Netzwerk OBÉPINE (OBservatoire ÉPIdémiologique daNs Eaux usées) ein. Ziel: die Dynamik des Virus im Land durch die Analyse von Proben aus mehr als 150 Kläranlagen überwachen, um daraus auf dessen Verbreitung schließen zu können. In seiner Eigenschaft als Betreiber ist Veolia in rund 40 ausgewählten Anlagen, die es für Kunden verwaltet, mit deren vorheriger Zustimmung für die betriebliche Umsetzung des Projekts zuständig. Kommunen, die nicht für das OBÉPINE-Projekt ausgewählt wurden, steht das VIGIE COVID-19-Instrument von Veolia als alternatives System für eine detaillierte Überwachung eines bestimmten Gebiets zur Verfügung.

https://www.enseignementsup-recherche.gouv.fr/cid152984/suivi-des-traces-de-covid19-dans-les-eaux-usees-le-m.e.s.r.i.-augmente-l-ambition-du-projet-obepine.html