Zukunftsfähig aufgestellt

"Zukunftsfähig aufgestellt"

Seit vielen Jahren setzt die Stadt Schönebeck (Elbe) in der Abwasserentsorgung auf die Zusammenarbeit mit Veolia. Veolutions sprach mit Oberbürgermeister Bert Knoblauch über Klima- und Ressourcenschutz, Innovationen und Kosteneffizienz auf der Kläranlage sowie seine Vision einer grünen Stadt der Zukunft.

Die EU schließt den Green Deal und kündigt an, 2020 werde das Klimaschutzjahr. Wie grün ist die Stadt Schönebeck (Elbe)?

Bert Knoblauch: Den Begriff der „grünen Stadt“ kann man in Schönebeck durchaus wörtlich nehmen. Neben attraktivem Stadtgrün haben wir beispielsweise vor rund vier Jahren ein Klimaschutzteilkonzept für 57 stadteigene Gebäude entwickelt. Es gibt Ladestationen für E-Bikes und E-Fahrzeuge und wir nutzen ein Heizkraftwerk mit Kraft-Wärme-Kopplung. 55 Prozent des Gesamtstroms für die Stadt kommen aus erneuerbaren Energien. Bundesweit sind es nur 35 Prozent. Und mit 273 g/kWh CO2-Emissionen in Schönebeck sind wir auch besser als der deutsche Durchschnitt. 

Bert Knoblauch, Oberbürgermeister Schönebeck (Elbe)

Knoblauch

Gesetzliche Veränderungen, wie die Klärschlamm-Novelle, erfordern neue Konzepte. Wie gehen Sie das Thema an?

Bert Knoblauch: Die Klärschlamm-Novelle wird alle Kommunen und Abwasserverbände finanziell stark belasten. Es fehlt einfach an Kapazitäten zur thermischen Verwertung. Wir haben in Schönebeck in Zusammenarbeit mit Veolia eine Klärschlammtrocknung entwickelt, die uns nicht nur ermöglicht, die gesetzlichen Anforderungen zu erfüllen. Wir sparen auch Transportkosten und CO2 ein. Die Innovationskraft von Veolia ist zudem Auslöser dafür, dass direkt auf unserer Kläranlage eine der ersten Phosphor-Rückgewinnungsanlagen in Deutschland entsteht. So können wir auch hier Klima- und Ressourcenschutz realisieren.

Welche Vorteile ergeben sich mit der neuen Biogas- und Trocknungsanlage für Ihre Stadt?

Bert Knoblauch: Ich bin der Überzeugung: Die Klärschlammtrocknungsanlage wird sich positiv auf die Kosten für die Entsorgung des Klärschlamms und damit auch positiv auf die Abwassergebühren der Stadt auswirken. Wir rechnen auch künftig mit gesetzlichen Regelungen, die eine gewisse Kostenbelastung im Abwasserentsorgungsbereich verursachen werden, etwa der Eliminierung von Hormonen oder Mikroplastik aus dem Abwasserstrom. Auch vor diesem Hintergrund ist die Anlage ein wichtiger Schritt. Schließlich wollen wir auch in Zukunft die Abwassergebühren stabil halten.

Ihre Zukunftsvision: Wo steht die Stadt Schönebeck in zehn Jahren in puncto Klimaschutz?

Bert Knoblauch: Ich stelle mir Schönebeck als grünere Stadt in jedem Sinne vor. Dafür ziehen alle an einem Strang. Vor meinem inneren Auge sehe ich noch mehr Unternehmen, die sich aktiv mit dem Klimaschutz beschäftigen. Es werden verstärkt erneuerbare Energien genutzt und unser Klimaschutzteilkonzept wird weiter umgesetzt. Ich stelle mir ein Schönebeck vor, in dem über die Schulen hinaus in allen gesellschaftlichen Bereichen bewusst Energie gespart wird und das fahrradfreundlich ist. Und nicht zuletzt ist die für Deutschland modellhafte Klärschlammtrocknung auf unserer Kläranlage dann seit 2022 erfolgreich in Betrieb.

Schlüsselwörter

Klärschlamm Klimaschutz

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