Folgen des Klimawandels

Was uns 2100 erwartet...

Vier Aussichten für unseren Planeten, wenn wir nicht handeln
 

Zwar endete die 24. UN-Klimakonferenz (COP24) am 16. Dezember 2018 mit einer Einigung über ein wichtiges Regelwerk – das Paris Rule Book –, das die Umsetzung des Abkommens von 2015 gewährleistet, dennoch haben die 195 Unterzeichnerstaaten einschließlich der EU ihre Ziele für die Verringerung der Treibhausgaseffekte nicht angehoben. Die internationale Gemeinschaft hat die 1,5 Grad-Grenze verbindlich verabschiedet und verfügt künftig über ein Instrument zur Messung, Prüfung und Kommunikation der Fortschritte, die durch die politischen Maßnahmen zur Verringerung der Treibhausgase erzielt wurden. Die derzeitigen Verpflichtungen der Staaten würden allerdings bis 2100 zu einer Erwärmung von 3,3 °C führen. Dies zeugt vom mangelndem politischen Willen der betroffenen Länder, die Emissionen zu verringern und sich an die Auswirkungen angemessen anzupassen.

...WENN WIR NICHT HANDELN: EIN HALBES GRAD MEHR ODER WENIGER ÄNDERT ALLES!

Hochwasser, häufige und starke Hitzewellen, heftige Hurrikane, Überschwemmungen und gefährliche Hitzeperioden...Weltweit kommt es zu extremen Wettererscheinungen, die durch die Klimaerwärmung hervorgerufen werden. Bereits bei einer Erderwärmung von nur 1 °C zeigten sich 2017 erste Auswirkungen im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter. Diese extremen Wetterereignisse betreffen das Leben von Milliarden von Menschen, vor allem der Schwächsten. Im Kampf gegen den Klimawandel zählt jedes Zehntel! Bei einer Erderwärmung um 1,5 °C werden die Folgen für Bevölkerung und Ökosysteme deutlich zu spüren sein. Eine Erwärmung um 2 °C hätte dramatische und sogar irreversible Auswirkungen auf unsere Ernährung und unsere Gesundheit. Bei einer Erwärmung von über 3 °C wäre die Situation kritisch: Es käme zu einem Massenaussterben der tierischen und pflanzlichen Arten, zu einem akuten Ernährungsengpass und massiven Bevölkerungswanderungen.

ABSCHWÄCHUNG DES KLIMAWANDELS UND ANPASSUNG AN SEINE AUSWIRKUNGEN

Im IPCC-Bericht vom Oktober 2018 wird betont: Die Stabilisierung der Erderwärmung auf 1,5 °C – eines der Ziele des Pariser Abkommens – ist nach wie möglich, sofern es zu einem einschneidenden und schnellen Wandel unserer Gesellschaft kommt. Sie hat ein Jahrzehnt Zeit, um die von den Menschen verursachten Kohlenstoffemissionen (CO2) im Vergleich zum Stand von 2010 um 45% zu senken. Sie müsste bis 2050 eine Nullemission erreichen. Es wird also Zeit, die beiden unvermeidlichen Wege einerseits zur Abschwächung des Klimawandels und andererseits zur Anpassung an seine Auswirkungen zu gehen. Die erste Maßnahme ermöglicht eine Stabilisierung bzw. eine Verringerung der Treibhausgaskonzentrationen in der Atmosphäre durch menschliches Eingreifen. Zu den Lösungen gehören die Erfassung und Speicherung von CO2, die Methanerfassung oder auch die Energieeffizienz. Die zweite zielt auf die Fähigkeit eines natürlichen oder menschlichen Systems ab, sich an den Klimawandel anzupassen, um eventuelle Folgen zu mindern. Hier geht es sich beispielsweise um die Wiederherstellung von Ökosystemen, die Bewahrung der Biodiversität, nachhaltiges Wassermanagement usw.

DIE ZEIT DES HANDELNS

Der von der UNO in New York für den 23. September 2019 anberaumte Klimagipfel wird für die Anhebung der Ziele der Staaten entscheidend sein. Ebenso COP25 im Dezember 2019 in Chile, auf dem diese neuen Verpflichtungen bestätigt, die Frage des internationalen Kohlenstoffmarktes geklärt und die Erstellung eines internationalen Treibhausgasinventars für 2023 gestartet werden soll. Zahlreiche Unternehmen wie z.B. Veolia, aber auch Großstädte und Organisationen, wollen nicht so lange warten, sondern arbeiten schon jetzt tagtäglich daran, das Klimaziel aufrechtzuerhalten. Veolia macht mobil, um die Treibhausgasemissionen in seinen Geschäftsbereichen zu verringern und Lösungen zu finden, wie sie erst gar nicht entstehen. Es sind vor allem Lösungen zur Abschwächung der Klimaerwärmung durch die Einführung der Kreislaufwirtschaft: Recycling und Verwertung von Abfällen, Produktion erneuerbarer Energien, Energieeffizienz und Fernwärmenetze, Lösungen zur Anpassung an die Klimaveränderungen und für erhöhte Resilienz, Recycling von Wasser in wasserarmen Regionen, kontrollierte Abwasserbehandlung in Regenzeiten…

Temperaturerhöhung_Grafik

WAS UNS BEI EINER ERWÄRMUNG VON 3 °C DROHT:

Starke Hitzewellen

Es würden dreimal so viel Hitzewellen wie früher auftreten, wobei sich vor allem das Phänomen der städtischen Wärmeinseln, in denen das Thermometer auf 50 °C ansteigen kann, beschleunigen würde. Ebenso häufig käme es zu extrem kalten oder warmen Temperaturen, und der durchschnittliche Anstieg der Erdtemperatur würde weiter fortschreiten.

Häufigere Überflutungen, Stürme und Hurricane

Die durchschnittlichen Niederschläge in Feuchtregionen würden zunehmen und Trockengebiete immer trockener werden. 800 000 Europäer würden jährlich Opfer von Flussüberschwemmungen werden. Umgekehrt käme es in den Trockengebieten wie den Subtropen immer häufiger zu Dürre. Extreme Wettersituationen würden immer heftiger und die anfälligsten Bevölkerungsgruppen gefährden.

Ernährungs- und Gesundheitskrisen

Durch den Rückgang der Anbauerträge und der Wasserreserven auf regionaler Ebene würden bestimmte Risiken größer: Ernährungsunsicherheit, Spannungen im Zusammenhang mit Konflikten der Ressourcennutzung, vor allem für benachteiligte Bevölkerungsgruppen. Durch die extremen Hitzeperioden in städtischer Umgebung käme es zu zahlreichen Todesfällen bei Kleinkindern, älteren Menschen und Arbeitern, die im Außenbereich tätig sind.

Anstieg des Meeresspiegels und Schmelze von Gletschern und Permafrost

Der Meeresspiegel würde um 98 Zentimeter ansteigen. Jede zehnte Person weltweit wäre davon betroffen. 85 % des Gletschervolumens wären verschwunden. 81 % des Permafrostes (Dauerfrostboden) wären geschmolzen, so dass enorme Mengen an Methangas freigesetzt würden, ein Gas, das für seine ausgeprägte Treibhauswirkung bekannt ist. 10 000 kleine Inseln würden von den Landkarten verschwinden.

Rückgang der Biodiversität

Die Korallenriffe wären unter der Auswirkung der Ozeanversauerung abgestorben. Bestimmte wichtige Grundpfeiler der Nahrungsmittelkette der Meere gäbe es nicht mehr, was zum Aussterben weiterer Meereslebewesen führen würde. Die Ökosysteme an Land würden sich schneller verändern. Jeder sechste Spezies würde aussterben. Damit würden auch Güter und Dienstleistungen im Zusammenhang mit der Natur verschwinden.

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