Wärmeinsel

Wärmeinseln: Wenn Wasser die Stadt erfrischt

Stein und Beton heizen die Innenstädte im Sommer auf, es bildet sich eine städtische Wärmeinsel. Dieses Phänomen kann schwerwiegende Folgen haben, vor allem für die Gesundheit der Stadtbewohner.

Über 30 % der Weltbevölkerung ist klimatischen Bedingungen ausgesetzt, die mindestens an 20 Tagen im Jahr einen potenziell tödlichen Grenzwert erreichen. Bis 2100 dürfte dieser Prozentsatz in einem Szenario, in dem die Treibhausgaseffekte drastisch verringert werden, 48 %, und in einem Szenario, in dem die Emissionen zunehmen, 74 % erreichen.

Quelle: Nature Climate Change, “Global risk of deadly heat“,

Bis 2100 werden zwei von drei Europäern von Klimakatastrophen betroffen sein. Die Anzahl der dadurch hervorgerufenen Todesfälle wird von den zwischen 1981 und 2010 beobachteten 3 000 Todesfällen bis zur Jahrhundertwende auf 152 000 Todesfälle ansteigen. Überschwemmungen und Unwetter sind ernsthafte Bedrohungen für die europäische Bevölkerung. Die tödlichsten Klimaereignisse werden jedoch Hitzewellen sein. Sie werden 99 % der erwarteten Todesfälle hervorrufen, also151 500 (Schwankungsbereich von 80 000 bis 239 000) bis 2071.
Quelle: The Lancet Planetary Health, „Increasing risk over time of weather-related hazards to the European population: a data-driven prognostic study“, August 2017

Das Phänomen der städtischen Wärmeinseln betrifft in den USA über 80 % der in Stadtgebieten lebenden Bevölkerung.
Quelle: Physical Review Letters, Studie März 2018
 

Städtische Wärmeinsel

 

Was muss unternommen werden?

 

Pilotprojekte Kühllösungen

2012: Pilotprojekt zur Fahrbahnbefeuchtung in Lyon (Frankreich)
2013: Start des Projekts EVA in Lyon (Stadtteil La Part-Dieu) 
2014: Entwicklung eines Diagnoseinstruments für sanitäre Anfälligkeit
2015: Vor-Ort-Tests des Anfälligkeitsdiagnoseinstruments in Lyon; Ergebnisse des Projekts EVA
2016: Erste kommerzielle Einführung der Angebote für Diagnose und Entwurf von städtischen Kühlungslösungen
2018: Start der ersten städtischen Demonstrationsanlage für wasserverdunstende Pflastersteine im Gewerbegebiet ZAC Montaudran Aerospace (einzigartig in Europa)
2018: Messkampagnen im Sommer auf der multimodalen Verkehrsplattform PEM in Nizza 2019: Laufendes Pilotprojekt in Mailand (Italien)

1 Vor-Ort-Diagnose
• Erfassung der Temperaturen

Eine Wärmeinsel entsteht durch die Kombination von Hitzewellen, strukturellen städtebaulichen Parametern und Faktoren im Zusammenhang mit menschlicher  Aktivität. Sie hat negative Auswirkungen auf die Einwohner und den generellen Lebensrahmen der Städte, wodurch diese an Attraktivität verlieren. Zu den Auswirkungen gehören Hitzestress, Unbehagen und eine Steigerung der Erkrankungs- und Sterblichkeitsrate.

2 Machbarkeit
Untersuchung der kritischen Wärmepunkte
Von Veolia entwickelte Anpassungslösungen: Städtische Kühlungsvorrichtungen mit Brauchwasser wie Regen-oder Sickerwasser, um Kühlinseln durch Verdunstung zu schaffen: großporige Pflastersteine, Befeuchtung der Fahrbahnen, Wasserspiele.

  3 Von Veolia entwickelte Anpassungslösungen

• Instrumente für die Diagnose und den Entwurf von Kühllösungen (Wasser, Bepflanzung, Albedo) im Rahmen von kurz-, mittel- und langfristigen Aktionsplänen zur Verringerung der Anfälligkeit eines Gebiets.
• Umsetzung von Lösungen zur Abschwächung der Wärmeinseleffekte und Monitoring bei öffentlichen und privaten Stadtvorhaben (Bauleitpläne). Auswertung laufender oder abgeschlossener Pilotprojekte von Veolia

 

Mehr dazu in PLANET, Veolias internationalem Magazin
 

Schlüsselwörter

Klimaschutz Kommunen Magazin Planet