Voneinander lernen

Voneinander lernen - Telekom und Veolia

Der Narrowband-Funkstandard bildet die Infrastruktur für das Internet der Dinge und wird zurzeit von der Deutschen Telekom in Deutschland und auch anderen Ländern eingeführt. Veolia als Innovationspartner arbeitet derzeit gemeinsam mit der Telekom an Digitalisierungslösungen. Ein Gespräch mit Dennis Nikles, Leiter Internet of Things bei der Telekom Deutschland.

Herr Nikles, was ist das Besondere am Narrowband-Funkstandard, warum wurde er entwickelt?

Dennis Nikles: IoT-Anwendungen stellen ganz spezielle Anforderungen an unsere Netze. Bisher wurden solche Anwendungen über das „normale“ Mobilfunknetz konnektiert – also 2G und 3G, später dann auch 4G (LTE). Diese Netze haben jedoch Konsumenten im Fokus. Es geht um Anwendungen mit großer Bandbreite und geringen Verzögerungen, also jene, die wir tagtäglich mit unseren Smartphones nutzen. Dahinter steht eine gewisse Komplexität, die unser Netz abbilden muss. 

Narrowband-IoT dagegen ist fokussiert auf das Wesentliche: wenig Kommunikation, viel Energie sparen, kostengünstige Hardware und ein wirtschaftlicher Service. Wir haben alles aus den Netzen und Modulen entfernt, was für IoT-Anwendungen irrelevant ist, und ermöglichen dadurch erst viele IoT-Anwendungen aus wirtschaftlicher Perspektive. Außerdem durchdringen die NB-IoT-Funksignale dank der hohen Leistungsdichte selbst dicke Mauern. Vernetzte Geräte können also auch in Kellern oder Tiefgaragen stehen. Zudem ist der Standard sicher, denn NB-IoT nutzt LTE-Sicherheitsmechanismen und profitiert von einem internationalen Expertennetzwerk, das Sicherheitsfunktionen ständig überprüft und verbessert. 

Mit Veolia gemeinsam haben Sie den Sensor „Codea“ zur Überwachung von analogen Wasserzählern mit Ihrer IoT-Plattform „Cloud der Dinge“ verbunden. Wie genau funktioniert das und was bringt das eigentlich Veolia?

Dennis Nickles

Denis Nickles

Dennis Nikles, Leiter Machine to Machine und Internet of Things bei der Telekom Deutschland GmbH, arbeitet an innovativen IoT-Lösungen. Im Fokus stehen neben den Netzen auch Plattformen zur Auswertung und Analyse von Maschinen- und Sensorendaten sowie die kundenindividuelle Integration dieser Lösungen.

Dennis Nikles: Die Anwendungen unserer Kunden stehen immer im Mittelpunkt. Veolia kann durch die Digitalisierung seines Versorgungsnetzes tagesgenau nachverfolgen, welche Mengen Wasser an welchem Standort geflossen sind. Das hilft etwa dabei, eine Leckage frühzeitig zu identifizieren und zu beheben. 

Wir haben die analogen Wasserzähler mit Hilfe des „Codea“-Aufsatzes digitalisiert und mit unserem Narrowband-IoT-Netz verbunden. Damit werden die Daten zur Analyse in die Cloud der Dinge übertragen und dort die einzelnen Standortdaten zusammengeführt und visualisiert. Unsere Tests waren vielversprechend und so können analoge Wasserzähler digital nachgerüstet werden: Sie speichern Verbräuche und lösen bei Bedarf Alarm aus.

Welche weiteren Einsatzmöglichkeiten und welche Entwicklungen gibt es noch?

Dennis Nikles: Die Palette der Anwendungen und der Mehrwert für unsere Kunden ist beim Einsatz von IoT-Anwendungen unfassbar facettenreich. Nehmen wir das Beispiel Druckmaschine: Sie erkennt mit Hilfe eines vernetzten Sensors, dass sich ein Bauteil der Verschleißgrenze nähert. Über das Internet alarmiert sie den Techniker – noch bevor es zum Produktionsausfall kommt. Oder die vernetzte Heizung schickt Messwerte automatisch an den Energieversorger – ohne dass Mieter Termine mit dem Ablesedienst vereinbaren müssen. 

Die Beispiele zeigen: Die Anbindung von Geräten, Maschinen und Anlagen an das IoT revolutioniert ganze Branchen, macht sie effizienter und sicherer.

„Die Anwendungen der Kunden stehen immer im Mittelpunkt.“

Das Internet der Dinge ist jedoch kein Selbstläufer. Die Zusammenarbeit mit Veolia zeigt, dass solche Lösungen nur erfolgreich sein können, wenn unsere Kunden einen klaren Mehrwert für sich und ihre Kunden sehen und bereit sind, Schritt für Schritt die Digitalisierung mit IoT anzugehen. Die Lösungen und der Markt sind bei weitem nicht standardisiert. Entsprechend ist es wichtig, gemeinsam daran zu arbeiten. Das ist uns mit Veolia ganz hervorragend gelungen und wir sind erst am Anfang dieser Zusammenarbeit.

Wie geht es in der Zusammenarbeit mit Veolia weiter?

Dennis Nikles: Wir sind froh, dass wir mit Veolia einen Partner gefunden haben, der Innovationen vorantreibt und gemeinsam mit uns Entwicklungen in der Praxis testet. In der „Pipeline“ ist zum Beispiel das Projekt mit Geräusch-Loggern, das zum Ziel hat, Rohrbrüche im Rohrnetz genau zu orten und mit Hilfe von Narrowband-IoT in die Cloud zu melden. Zudem wird unser Low-Cost-Tracker von Veolia pilotiert. Er lokalisiert auf besonders kosteneffiziente Weise Gegenstände und deren Zustände zum Zeitpunkt der Ortung. Diese Projekte helfen uns, voneinander zu lernen. Wir freuen uns darauf, diesen spannenden Weg gemeinsam mit Veolia weiterzugehen.

Wir sind froh, dass wir mit Veolia einen Partner gefunden haben, der Innovationen vorantreibt und gemeinsam mit uns Entwicklungen in der Praxis testet.

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