Bioabfälle

Von der Tonne in die Steckdose

Wer kann sich vorstellen, dass er mit einer Bananenschale sein Handy laden kann? Wer glaubt, dass aus einer Fischgräte eine Tomate wachsen kann? Wir! Denn in den Abfällen schlummert grüne Energie und wertvoller Humus.

Um Bioabfälle nutzbringend zu verwerten, sind einige Schritte nötig: Zunächst benötigt man dafür den Bioabfall aus den Privathaushalten oder die Speisereste aus der Gastronomie. Wie jede andere Abfalltonne auch wird die Bio- bzw Speiserestetonne von einem Sammelfahrzeug abgeholt bzw. geleert. Nach der Anlieferung in eine Biomasseanlage wird der Bioabfall zerkleinert, homogenisiert und entfrachtet von Dingen, die nicht hineingehören. Anschließend findet 21 Tage lang die Vergärung in luftdicht verschlossenen Räumen statt, in so genannten Fermentiertunneln.

Biogas entsteht und Energie wird erzeugt

Das durch die Vergärung freigesetzte Biogas Methan wird dann kontinuierlich abgesaugt und in einem Gasspeicher zwischengelagert. Über ein Blockkraftheizwerk (BHKW) wird das Biogas zu Strom und Wärme gewandelt und in die umliegenden Häuser geleitet. Die so gewonnene Energie schont unsere natürliche Ressourcen zweifach. Nicht nur Primärenergieträger wie Öl und Kohle werden vermieden, sondern auch die Verwendung von Lebensmittelrohstoffen. Denn oft werden für die Energieproduktion aus Biomasse Nutzpflanzen (z.B. Raps und Mais) eingesetzt. Die für den Anbau benötigten Flächen stehen nicht mehr für den Anbau von Nahrungsmitteln zur Verfügung, wie etwa Getreide oder Gemüse. 

Dünger für die Landwirtschaft und den Garten

Nach der Vergärung der Bioabfälle für die Biogasproduktion kann aus den Gärresten wertvoller, natürlicher Dünger hergestellt werden. Dafür werden die Reste aus dem Prozess für 28 Tage in die Rottung gegeben. Diese findet in so genanten Rottetunneln statt. Hierbei muss sichergestellt werden, dass keine keimfähigen Samen, Sporen oder gar Krankheitserreger im Gärrest verbleiben, weshalb eine Hygienisierung über mehrere Tage bei mindestens 60 Grad stattfindet. Nach der Rottung wird das Material noch mehrfach gesiebt und in einer Qualitätskontrolle überprüft. Aus den Speiseresten ist nun Kompost geworden, der für die Landwirtschaft und den Garten eingesetzt werden kann. Der hohe Gehalt an organischer Substanz macht den Kompost besonders wertvoll, denn er bewirkt ein gesundes und aktives Bodenleben und stärkt die Widerstandskraft der Pflanzen.
 

Biocycling

Die Vergärung und Kompostierung organischer Abfälle und deren Rückführung als hochwertiger Dünger und Humus in den natürlichen Stoffkreislauf stellt einen wichtigen Geschäftsbereich von Veolia dar. In unseren Standorten in Essenheim, Bardowick, Rhadereistedt sowie Schneverdingen kümmern wir uns täglich um die Verwertung von biologischen Abfällen aus privaten Haushalten, Kantinen, Handel, Industrie und Gastronomie. 

 

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Kreislaufwirtschaft Bioabfälle