Feld in Kanada.

Das Granulat, das Nährstoffe abgibt

In Ontario, Kanada, produziert Veolia den nährstoffreichen Dünger Nutri-Pel. Er geht auf kreislaufwirtschaftliche Quellen zurück und wird zur Bodenverbesserung eingesetzt. Er erweist sich als ausgezeichnete wirtschaftliche Alternative zu teuren chemischen Düngemitteln.

Herausforderung

Die Böden schützen, um sie landwirtschaftlich nutzen zu können

Ziel

Einen Abfallstoff - nämlich Klärschlamm - in ein verwertbares Produkt umwandeln.

Veolias Lösung

Die Entwicklung, Herstellung und Kommerzialisierung eines hochwertigen, ökologischen und benutzerfreundlichen Düngers, der reich an Nährstoffen und organischen Substanzen ist.

In der kanadischen Provinz Ontario dauert der Winter von Oktober bis Mai und friert das Ackerland für viele Monate ein. In der darauffolgenden Zeit geht es darum, das Pflanzenwachstum so schnell wie möglich voranzutreiben, um den Rhythmus von jährlich zwei Ernten einzuhalten. Die Lösung für höhere Erträge: die Nutzung fruchtbarer Böden. Der Einsatz chemischer Düngemittel ist zwar nach wie vor weit verbreitet, dennoch werden immer öfter Alternativen angeboten. Dies bewog Veolia dazu, in der Kläranlage von Ashbridges Bay einen ganz besonderen Dünger namens Nutri-Pel herzustellen.


Ein kanadischer Mitarbeiter bedient die Anlage.

Ein kanadischer Mitarbeiter bedient die Anlage.


Die Kläranlage in Ontario, Kanada.

Die Kläranlage in Ontario, Kanada.


Die Nährstoffe werden von der Kläranlage auf das Feld gebracht.

Die Nährstoffe werden von der Kläranlage auf das Feld gebracht.

Schnelle Resultate

Der Schlamm aus der Kläranlage wird auf hohe Temperaturen erhitzt und zu einem nährstoffreichen Granulat mit einem hohen Anteil an organischen Stoffen weiterverarbeitet. "Dieses Projekt veranschaulicht sehr schön die Veolia-Philosophie der Kreislaufwirtschaft. Ein als Abfall betrachtetes Material wird zu einem kommerziell nutzbaren und für den Endverbraucher extrem interessanten Produkt weiterverarbeitet", erklärt der Projektmanager Michael Vujicicic.

Diese Einschätzung teilt auch Marj Jewell, eine Viehzüchterin in der Region. "Als wir die Farm übernommen haben, war der Boden sehr karg. Während wir nach Lösungen suchten, um ihn fruchtbarer zu machen, traf ich die Initiatoren von Nutri-Pel, einem Produkt, von dem ich noch nie zuvor gehört hatte. Als ich erfuhr, woher es kommt, habe ich lange gezögert.... Aber die ökologischen Argumente haben mich überzeugt und schließlich haben wir den Schritt gewagt. Die Ergebnisse sind überzeugend! Der Boden ist nährstoffreicher und die Heumenge nahm stark zu. Es ist ein gutes Produkt. Ich bin begeistert!“   

Nachhaltig wirksam

Der Dünger eignet sich auch gut für Weiden. "Als wir Gülle verwendeten, mussten die Kühe von der Weide getrieben werden, um nicht im Schlamm zu waten. Darüber hinaus mussten wir viele Einschränkungen beachten, wie z.B. das Verbot, in der Nähe von Wohngebieten zu düngen. Dank des Granulats können wird jetzt überall düngen, auch in Gegenwart der Kühe!“, sagt Paul Purser, Vertriebsleiter für Nutri-Pel in Kanada. Das Produkt hat außerdem den Vorteil, dass es preisgünstiger als chemische Düngemittel ist. Es kostet bei gleicher Nährstoffmenge 25 bis 35 Prozent weniger als beispielsweise MAP-Dünger (Mono-Ammoniumphosphat). Darüber hinaus versorgt Nutri-Pel die Böden mit zusätzlichen Mineralien und organischen Stoffen. Diese Stoffe sind Nahrung für die Bodenmikroorganismen, sie steigern die Wasserspeicherkapazität und begrenzen die Erosion. Schließlich werden die Nährstoffe nach und nach freigesetzt. Die Landwirte sehen die Wirkung nach zwei bis drei Jahren.
 

Eckdaten

75 Bestellungen pro Jahr
50 bis 1 000 Tonnen Nutri-Pel pro Bestellung   
25 bis 40 % mehr Erträge (und Einkommen) für die Nutzer 

Informieren und sensibilisieren

Inzwischen produziert und verkauft Veolia jährlich 25 000 Tonnen Nutri-Pel. Damit das Produkt akzeptiert wurde, waren eine intensive Informationskampagne und zahlreiche Gespräche erforderlich. "Im Jahr 2007, als die Anlage in Betrieb genommen wurde, verkauften wir 5 000 Tonnen pro Jahr. Das war für mich als Vertriebs- und Marketingmanager eine große Herausforderung", erinnert sich Paul Purser, "die Landwirte hatten schlechte Erfahrungen mit den bis in die 90er Jahre verkauften minderwertigen Produkten aus biologischen Feststoffen gemacht.“ Ihre Hauptsorge: das Vorhandensein von Schwermetallen. Heute weiß man, dass einige von ihnen in natürlichen Konzentrationen nützlich für die Pflanzenentwicklung sind. So wird beispielsweise Zink in den frühen Phasen des Pflanzenwachstums eingesetzt. Darüber hinaus stellen neue Normen sicher, dass sich langfristig nur sehr geringe Menge an Metallen im Boden befinden. Schließlich werden zweimal im Monat Kontrollen im Werk durchgeführt, um sicherzustellen, dass die Normen beachtet werden. Dabei werden die Mengen von 11 Metallen sowie von Nährstoffen wie Stickstoff und Kalzium gemessen. Nachdem zahlreiche Informationsveranstaltungen zu diesem Produkt organisiert worden waren, erklärten sich die Bauern schließlich mit dessen Einsatz einverstanden und waren nach kurzer Zeit von dem Produkt überzeugt.

Heute ist Nutri-Pel so beliebt, dass Veolia nur mit Mühe die Nachfrage decken kann. Die Stadt Toronto ist sehr zufrieden mit dieser Entwicklung und verlängert derzeit den Vertrag mit Veolia über die Produktion von Granulat für weitere zehn Jahre.

 Mehr in PLANET, dem internationalen Magazin