Verpackungen

Gesetz ist gut. Freiwillig ist besser

Gespräch mit Matthias Harms, Direktor Geschäftsbereich Entsorgung Veolia Deutschland, zum Thema Proaktives Entsorgungsmanagement.

Harms

Was erwartet die Kunden mit Blick auf das Verpackungsgesetz?

Matthias Harms: Für sie ändert sich tatsächlich einiges: Herstellern, wie im Übrigen auch Veolia als Betreiber eines dualen Systems und bundesweit tätiger Entsorger, wird künftig deutlich mehr Transparenz beim Verpackungsrecycling abverlangt. Durch die von mehreren Verbänden neu geschaffene Stiftung Zentrale Stelle Verpackungsregister wird ab Januar 2019 die Einhaltung der   gestiegenen gesetzlichen Vorgaben kontrolliert. Sie wurde von vier Handels-, Marken- und Fachverbänden gegründet und arbeitet als beliehene Behörde unter Aufsicht des Umweltbundesamtes mit den zuständigen Bundes- und Länderbehörden zusammen. Die Stiftung hat bei Gesetzesverstößen erstmals auch durchgreifende Sanktionierungsmöglichkeiten. Für unsere ­Kunden kommt es daher darauf an, einerseits die flächendeckende Rücknahme ihrer Verpackungen mittels der vorgeschriebenen Systembeteiligung zu gewährleisten. Andererseits müssen sie bei der Herstellung von Verpackungen künftig noch stärker auf den Einsatz von Recyclaten oder nachwachsenden Rohstoffen setzen sowie ein recyclingfreundliches Produkt beziehungsweise Verpackungsdesign erarbeiten.

Wird sich diese ökologische Gestaltung der Verpackungen auszahlen?

Matthias Harms: Ja, denn das Gesetz soll Anreize schaffen, die recyclingfähige Verpackungen bevorzugen und fördern. Auch Veolia ist damit als Betreiber eines dualen Systems dazu verpflichtet, im Rahmen der Bemessung unserer Beteiligungsentgelte für die Rücknahme von Verpackungsabfällen entsprechende Anreize zu schaffen, um beispielsweise die Verwendung von Recyclaten und nachwachsenden Rohstoffen sowie von gut recycelbaren Materialien und Materialkombinationen zu fördern. Dafür werden in den nächsten Monaten branchenweite Mindeststandards festgelegt. Erst danach ist vorhersehbar, in welchem Ausmaß sich die Lizenzierungskosten, also Beteiligungsentgelte, auch an der ökologischen Ausgestaltung der Verpackung orientieren. Schon jetzt sind wir gut aufgestellt, um den neuen Anforderungen zu  entsprechen.

Profitiert auch Veolia vom neuen Verpackungsgesetz?

Matthias Harms: Schon jetzt sind wir mit unseren Abfallsortier- und -behandlungsanlagen technisch sehr gut aufgestellt, um den neuen Anforderungen zu entsprechen. Weitere Anlagen werden noch in diesem Jahr ans Netz gehen. Mit der Ressourcenlösung „Bottle-to-bottle-Recycling“ zählen wir seit Jahren zu den führenden Unternehmen auf dem europäischen PET-Recycling-Markt. Nicht zuletzt durch die jüngsten Akquisitionen konnten wir unsere Fähigkeiten im Kunststoffrecycling für Post-Consumer- Verpackungen, wie beispielsweise PET, PP und PE, erweitern. Diese Materialien können wir nun selbst recyceln und damit Rohstoffkreisläufe komplett schließen. Das Gesetz bot uns insofern die nötige Investitionssicherheit für Anlagenertüchtigungen und den Erwerb neuer Assets.

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