Ressourcen-Jäger

Ressourcen-Jäger

Inex Eco System Exchange – das ist eine Abfall-Suchmaschine zur besseren Auslastung von Energieerzeugungs- und Recyclinganlagen.

Nicht alle Sortieranlagen und Recyclingunternehmen sind voll ausgelastet. Potenzial kann ungenutzt bleiben, obwohl Abfälle beinahe überall erzeugt werden. Die Vertriebs- und Einkaufsteams müssen viel „handwerkliche“ Mühe hineinstecken, um die Auslastung ihrer Anlagen zu erreichen. An diesem Punkt unterstützt INex mit einer neu entwickelten Plattform, die auf Open Data bzw. dem Data-Mining-Prinzip beruht. Die Idee eines jungen französischen Unternehmens wurde in Deutschland erstmals im Rahmen des Veolia-Start-up-Programms U-START vorgestellt und getestet und soll in Kürze in der Praxis ausgerollt werden. 

„Unser klarer Fokus ist dabei das Abfallmanagement, nicht das digitale Tool“, betont Olivier Gambari, CEO und Gründer von INex.

Das Prinzip ist einfach: INex untersucht eine große Anzahl von Unternehmen und Abfallquellen anhand frei im Netz zugänglicher Daten und gleicht sie ab. Die Plattform „lernt“ daraus und erstellt gut geschätzte Abfallvolumen nach Abfallerzeuger und -art. Diese Daten werden mit Zusatzinformationen wie Kontaktdaten hinterlegt und können schon nach drei Mausklicks als Ergebnis ausgegeben werden. Die Vorteile sind klar: Potenzielle Ressourcen werden schnell identifiziert und die Jagd nach ihnen kann besser strukturiert werden, beispielsweise spielt die Standortnähe eine große Rolle, was Transportkosten und damit auch CO2­Ausstoß betrifft.

Getestet wurde INex zunächst von der Veolia-Tochter Biocycling GmbH, die auf die Sammlung und Verwertung von Lebensmittelabfällen spezialisiert ist. Aus Altfetten, Speiseresten oder Flüssigkeiten wird in eigenen Biogasanlagen nachhaltige Energie zur Einspeisung in das Strom- und Fernwärmenetz produziert. Ergebnis: Am Standort Bardowick in der Lüneburger Heide konnten Beschaffer und Plattform beinahe deckungsgleiche Ergebnisse erzielen, Statistiken und Stoffströme wurden realistisch abgebildet.

Die Plattform ist nun bereit für den Einsatz in anderen Regionen und soll im nächsten Schritt auch die Suche nach weiteren Stoffströmen wie Holz oder Kunststoffe aufnehmen. Die Jagd nach Ressourcen ist also eröffnet.

Ihr Ansprechpartner:
Patrick Durand
Projektleiter Performance
patrick.durand2@veolia.com

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Schlüsselwörter

Digitalisierung Bioabfälle