Reparieren macht Schule

Reparieren macht Schule

Der Fernseher hat seinen Geist aufgegeben, die Küchenmaschine streikt? Dann stehen wir vor der Entscheidung: Wegschmeißen und ein neues Gerät kaufen oder reparieren. Dabei kann sich das Reparieren von Geräten oftmals lohnen.

Das finden auch die Schülerinnen und Schüler der Rudolf-Steiner-Schule Schwabingen in München. Dort gibt es bereits seit Anfang 2016 eine Schüler-Reparaturwerkstatt für Elektro- und Elektronikgeräte. Je zwölf Schüler zwischen zehn und 17 Jahren reparieren hier in Zweierteams mehrmals wöchentlich für je 1,5 Stunden defekte Geräte. Die Arbeiten finden als Wahlpflichtfach für die 9./10. Jahrgangsstufe, in der Ganztagesschule für die 5.-8. Jahrgangsstufe und im Technologieunterricht der 11. Klasse statt. Die Werkstattausstattung wurde aus Spenden finanziert. Nach der Methode des entdeckenden, erfahrungsgeleiteten Lernens finden die Schülerinnen und Schüler möglichst eigenständig heraus, welche Defekte vorliegen und wie diese zu reparieren sind. Dazu nutzen sie auch digitale Medien wie z.B. Reparaturvideos auf YouTube. Begleitet werden sie von ehrenamtlichen Reparaturanleitern und dem Physiklehrer, der das Projekt initiiert hat und als Elektrofachkraft fungiert. Erwachsene greifen nur beratend ein, wenn die jungen Menschen nicht weiterkommen. Die defekten Geräte werden während der Öffnungszeiten der Schüler-Reparaturwerkstatt vorbeigebracht, die Reparatur ist kostenlos. Damit leistet die Schule einen aktiven und innovativen Beitrag zu Ressourcenschonung, Abfallvermeidung, Klimaschutz und zum praktischen Nachhaltigkeits-Lernen. 

Repair

Da die Werkstatt auf große Resonanz bei Schülern, Eltern und Kunden stieß, wurde sie inzwischen erweitert. Zunehmend werden auch Holzgegenstände zur Reparatur gebracht - insbesondere aufgrund der begonnenen Kooperation mit der Toy Initiative der Gebrauchtwarenhäuser des Weißen Raben (Caritasverband), bei der gebrauchte Spielsachen restauriert und für benachteiligte Familien bereitgestellt werden. Jetzt hat die Holzwerkstatt zur Reparatur von Spielzeug vier ausgestattete Arbeitsplätze. Die Veolia Stiftung hat diese Initiative 2018 umfassend gefördert und ist auf der Suche nach Schulen, die dieses Modell nachahmen möchten. 

Sie haben Interesse? Wenden Sie sich an sylke.freudenthal@veolia.com

 

Schlüsselwörter

Kreislaufwirtschaft Pilotprojekt