Landnutzungsschlüssel

Landnutzung aufgeschlüsselt

Premiere für den Weltklimarat: In ihrem Sonderbericht* zeigen die Klimaexperten Daten auf, wie Menschen Nutzungsdruck auf Land ausüben. Und er enthält eine Warnung: Indem die Ressourcen übermäßig erschöpft und Böden und Wälder zu intensiv genutzt werden, gefährden die Menschen die Fähigkeit dieser, mit der globalen Erwärmung umzugehen, und damit letztlich ihre eigenen Lebensbedingungen und ihr Auskommen.

Landnutzung weltweit: Nur 28 Prozent sind ungenutzt!

Landnutzungsschlüssel

Drei Hauptursachen

Landwirtschaftliche Produktion
Zwischen 1961 und 2017 stieg die globale Nahrungsmittelproduktion, etwa der Getreideanbau, aufgrund der Ausweitung der Anbauflächen und der Steigerung der Erträge um 240 Prozent. Dies hatte im gleichen Zeitraum insbesondere den Anstieg der Verwendung von anorganischem Stickstoff als Düngemittel um fast 800 Prozent zur Folge. Die Produktion von Fasern wie Baumwolle stieg bis 2013 um 162 Prozent an.

Nahrungsmittelbedarf
Der Anstieg der landwirtschaftlichen Produktion hängt mit der Entwicklung des Nahrungsmittelkonsums zusammen. Zwischen 1961 und 2017 stieg die Weltbevölkerung um 150 Prozent, und der Fleischkonsum um mehr als das Doppelte. Daran gekoppelt ist eine zunehmende Ausbreitung von Übergewicht und Fettleibigkeit seit 1975 (+80 Prozent), wobei sich die Prävalenzrate praktisch verdoppelt hat.

Wüstenbildung und Landverödung
Die geänderte, intensivierte Landnutzung und der Klimawandel haben zur Wüstenbildung und Landverödung beigetragen. Zwischen 1961 und 2017 hat sich der Anteil der Bevölkerung, die in den von der Wüstenbildung betroffenen Gebieten lebt, fast verdreifacht (+200 Prozent). Gleichzeitig nahm die Fläche der Feuchtgebiete ab und beträgt nur noch 30 Prozent der Fläche von 1970.

Zukunftsaussichten

Der IPCC empfiehlt in der Schlussfolgerung seines Berichts eine Reihe politischer Maßnahmen, die sich auf das Ernährungssystem auswirken, auch solche, die zur Einschränkung der Nahrungsmittelverschwendung beitragen. Das Zusammenspiel dieser Maßnahmen würde zu einer nachhaltigeren Landbewirtschaftung (konservierende Bodenbearbeitung, Agrarökologie, Agroforstwirtschaft, Permakultur), eine höhere Ernährungssicherheit, eine Begrenzung der Landverödung und Wüstenbildung, einen Rückgang der Armut, eine Verbesserung der öffentlichen Gesundheit und eine Verringerung der Treibhausgase führen.

*“Climate change, desertification, land degradation, sustainable land management, food security, and greenhouse gas fluxes in terrestrial ecosystems" (August 2019). https://www.ipcc.ch/report/srccl/

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