Climat

“Jetzt muss gehandelt werden!”

Bericht aus dem Forum Klimaforschung der COP24

Die französische Paläoklimatologin und Mitpräsidenten der Arbeitsgruppe  Klimaforschung des IPCC, Valérie Masson-Delmotte, betont, dass der Klimawandel und seine Auswirkungen jetzt schon Realität sind: Im Vergleich zum Ende des 19. Jahrhunderts hat sich die Erde um 1 °C erwärmt. Diese Erwärmung schreitet alle zehn Jahre um etwa 0,2 °C fort. Vergleicht man die Welt von damals mit einer 1,5 °C oder 2 °C wärmeren Erde, sieht man deutlich, dass wir ein klares Interesse daran haben sollten, die Erderwärmung auf einem möglichst niedrigem Niveau zu halten. Längere und häufigere Hitzewellen, stärkere, sintflutartige Regen, die Gefahr hoher Ernteverluste bei wichtigen Getreidesorten, der Anstieg des Meeresspiegels - alle Aspekte der Umwelt sind davon betroffen.
 

Hilda Heine, Präsidentin der Marshallinseln

Hilda Heine

"Wie viele Menschen in der Welt erleben wir bereits jetzt häufigere und stärkere Veränderungen des Klimas. Dürren, Überschwemmungen,Zyklone ... wir wie auch andere Länder sind verwundbar und brauchen Unterstützung, um uns an die unvermeidlichen Auswirkungen
der globalen Erwärmung anzupassen. Wer, wenn nicht wir? Wann, wenn nicht jetzt?"

„Wenn es uns gelingt, dass der Meeresspiegel bis 2100 zehn Zentimeter weniger ansteigt, haben wir Zeit gewonnen, um uns anzupassen und verhindern, dass mehr als zehn Millionen Menschen diesen Klimafolgen ausgesetzt sind“ erklärt Valérie Masson-Delmotte. Klimatische Herausforderungen und Entwicklungsprobleme hängen miteinander zusammen. Doch die Forscherin bleibt optimistisch. „Wir zeigen andererseits auch auf, dass eine Stabilisierung des Klimas nicht unmöglich ist. Alles hängt davon ab, wie wir jetzt reagieren, Wir haben die Möglichkeit, die wirtschaftliche Entwicklung neu zu gestalten, das Wohlbefinden aller zu verbessern, die Abhängigkeit von fossilen Energiequellen zu reduzieren und gleichzeitig die Zerstörung der Biodiversität zu stoppen.“

"Die große Herausforderung besteht darin, die CO2 -Emissionen bis 2030 um die Hälfte zu senken,um die Erderwärmung auf 1,5 °C zu stabilisieren und bis 2050 kohlenstoffneutral zu werden. Wir müssen außerdem eine Lösung für Methan finden, ein Gas, das umweltschädlicher als vermutet ist. In unserem Bericht zeigen wir unseren Handlungsspielraum auf. Wir verweisen aber auch darauf, wie wichtig es ist, diese Übergangsphasen intelligent zu gestalten."

* Quelle: France Culture, Ausgabe "Ursache und Wirkung", 14. Oktober 2018
IPCC-Bericht (www.ipcc.ch/report/sr15)

 

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