Kampf der Klimaerwärmung

Kampf gegen die Klimaerwärmung

Die eigenen Treibhausgasemissionen verringern, die Kreislaufwirtschaft ausbauen, den Kunden helfen, sparsamer mit Energie umzugehen... Veolia handelt konkret, um der Klimaveränderung Einhalt zu bieten. Veolia hilft Kommunen und Industrie aber auch dabei, sich an die Folgen dieser Veränderung - Wasserverknappung, extreme Klimaereignisse, Hochwasser usw. - anzupassen.

Jeder muss seinen Teil zur Eindämmung der Klimaerwärmung beitragen, vor allem Unternehmen. „Mit unseren Lösungen möchten wir unseren Kunden dabei helfen, ihre Treibhausgaseffekte und somit ihre Auswirkungen auf das Klima zu verringern"„ erklärt Patrick Labat, Senior Executive Vice President des Veolia-Gebiets Nordeuropa.

Veolia hat konkrete Maßnahmen zur Bekämpfung der Klimaerwärmung entwickelt. Zum einen fördert das Unternehmen die Einführung einer Kreislaufwirtschaft, um die Entnahmen der Ressourcen zu beschränken und folglich die Treibhausgaseffekte zu verringern. Wobei natürlich auch Methan, das zweithäufigste Treibhausgas nach CO2 berücksichtigt wird. Zum anderen möchte Veolia einen Kohlenstoffpreis einführen, um der Umweltverschmutzung einen Wert zugeben und kohlenstoffarme Lösungen zu unterstützen. „Man muss dafür sorgen, dass recycelte Produkte nicht mit neuen Produkten, die den unberechenbaren Schwankungen des Erdölpreises ausgesetzt sind, in Konkurrenz stehen“, erklärt Pierre Victoria, Nachhaltigkeitsdirektor von Veolia. "CO2 einen Preis zu geben, würde zu stabilen Kursen, einer höheren Akzeptanz von Recyclingprodukten und einer besseren Struktur der Recyclingbranche führen."

Die Unternehmen SEB, Veolia und Eco-Systèmes haben deshalb eine Partnerschaft für die Kreislaufwirtschaft von Haushaltsgeräten ins Leben gerufen ins Leben gerufen. Die von Eco-Systèmes gesammelten Altgeräte werden von Veolia zu neuen Rohstoffen recycelt und schließlich von SEB zur Herstellung neuer, anschließend im Handel verkaufter Geräte benutzt.

Klima und Industrie

 

In den einschlägigen Sektoren handeln

Energie- und Abfallmanagement sind dabei zentrale Handlungsfelder. „Der internationalen Energiebehörde zufolge dürfte der Energiebedarf zwischen 2017 und 2040 um 30 Prozent zunehmen,“ erläutert  Patrick Labat. Veolias Energieeffizienzdienstleistungen spielen dabei folglich eine große Rolle. „Wir können auf die Energieeffizienz einwirken, vor allem durch Kraft-Wärme-Kopplung, um noch mehr Energie aus der gleichen Menge Primärenergie zu gewinnen. Wir können außerdem die Wärmeverteilungsnetze optimieren und sie sogar als Energiespeicher nutzen, um die Produktion besser an die Nachfrage anzupassen."

Im Idealfall nutzt man die vor Ort verfügbare Energie: Für ein Renault-Werk in Marokko produziert Veolia beispielsweise Energie aus Olivenkernen. Das Werk ist der erste kohlenstoffneutrale Standort der Welt. Für einen Produktionsstandort in den Niederlanden gewinnt Veolia Energie aus Kaffeesatz und in North Carolina in den USA sogar aus Hühnerexkrementen statt aus Kohle. In Pecs in Ungarn benutzt man für einen Heizkessel anstatt Kohle eine Mischung aus Gas, Holz und lokal anfallendem Stroh, was zu einer erheblichen Verringerung der CO2-Emissionen führt. In Basel in der Schweiz werden die nicht recyclingfähigen Lösungsmittel von Novartis energetisch verwertet: Mit der daraus gewonnenen Wärme können ein 100 000 m2 großes Einkaufszentrum und ein angrenzendes Dienstleistungsgebäude versorgt werden - ein perfekter Kreislauf zwischen Stadt und Industrie.
 

Abwärme erfassen

Vermiedene Emissionen berücksichtigen

Wird Veolia einem Reporting bei nicht rein finanzorientierten Ratingagenturen unterzogen, müssen die bei den eigenen Prozessen generierten Treibhausgasemissionen berechnet werden. Das nennt man Scope 1. Doch dabei bleibt es nicht. Das Unternehmen muss auch alle Emissionen angeben, die im Vor- und im Nachlauf seiner Tätigkeiten entstehen (Scope 2). In diesem Punkt kann man sich nur verbessern, wenn man mit Lieferanten und Kunden zusammenarbeitet. Scope 3 schließlich betrifft Treibhausgasemissionen, die nicht direkt mit den vom Unternehmen verkauften Produkten und Dienstleistungen in Zusammenhang stehen, zum Beispiel die Fahrwege der Arbeitnehmer.

Das Problem: In all diesen Fällen werden jedoch nicht die vermiedenen Emissionen berechnet. Die Herstellung eines doppelt verglasten Fenster erfordert mehr Energie als die Herstellung eines einfach verglasten Fensters. Es wird folglich als umweltverschmutzende Emission für das Unternehmen verbucht, das das doppelt verglaste Fenster herstellt. Dennoch sind diese Produkte gut für die Umwelt und bei Neubauten sogar gesetzlich vorgeschrieben.

„Wir würden uns wünschen, dass die vermiedenen Emissionen bei den Reportings berücksichtigt werden“,erklärt Alice Peyrard, Direktorin für Klimaengagement bei Veolia. "Natürlich müssen Gespräche stattfinden, um zu entscheiden, was berücksichtigt wird und wem es zugeschrieben wird, doch diese Herangehensweise wäre wichtig, um den Beitrag zur Erreichung einer kohlenstoffarmen Wirtschaft richtig zu bewerten.“

Eine andere Art, Energie einzusparen und CO2-Emissionen zu beschränken, ist die Nutzung von Abwärme. In einigen Industriezweigen entsteht Wärme, die bisher nicht genutzt wurde. Man kann sie jedoch erfassen und wiederverwenden: Das hat Veolia in Braunschweig gemacht, wo die in einem Computerzentrum generierte Wärme in das Fernwärmenetz der Stadt eingespeist wird, oder auch im polnischen Posen, wo die Wärme des Volkswagenwerks zum Beheizen von dreißig kommunalen Gebäuden verwendet wird. „Durch die Nutzung von Abwärme spart man zu 100 Prozent Energie, denn diese Wärme ginge sonst verloren", erläutert Patrick Labat.

Energieeinsparungen vorantreiben heißt, sich auf eine andere Funktionsweise umzustellen. Wo man vorher Energie geliefert hat, bietet man jetzt eine Leistung zum Einsparen von Energie an. „Bei unseren Energieeffizienzverträgen verpflichten wir uns dem Kunden gegenüber zu Energieeinsparungen. Der erzielte Gewinn des Kunden ist gleichzeitig auch unser Erfolg“, erklärt  Patrick Labat. "Das motiviert beide Seiten und bestärkt den Kunden in seinem Vorhaben, Gewohnheiten zu ändern, um weniger zu verbrauchen.“ In Košice in der Slowakei konnte der Energieverbrauch in Schulen um 20 Prozent gesenkt werden, indem neben den herkömmlichen Diensten eine große Sensibilisierungskampagne bei Schülern durchgeführt wurde.

„Bei unseren Energieeffizienzverträgen verpflichten wir uns dem Kunden gegenüber zu Energieeinsparungen. Der erzielte Gewinn des Kunden ist gleichzeitig auch unser Erfolg. Das motiviert beide Seiten und bestärkt den Kunden in seinem Vorhaben, Gewohnheiten zu ändern, um weniger zu verbrauchen“, erklärt  Patrick Labat.

Was die Erfassung von Methan angeht, sollte im Idealfall das von den Mülldeponien ausgeschieden Methan zurückgewonnen und zum Beheizen von Städten, Industrieanlagen oder auch zur Stromerzeugung genutzt werden. In Woodlawn in Australien sammelt Veolia Deponiegas, das von den Abfällen der Einwohner Sydneys stammt, und versorgt mit der gewonnenen Energie das Strom- und Wärmenetz der Region. In Plessis-Gassot in der Nähe von Paris wird das durch Abfälle erzeugte Methan für das Fernwärmenetz der Stadt verwendet. Dies setzt jedoch voraus, dass Anreize gegeben werden und man sich in der Nähe der Kunden befindet, die diese Wärme nutzen können.
 

An der Seite von Großstädten und Industrieunternehmen

Parallel zu diesen Maßnahmen gegen Klimaerwärmung müssen Städten und der Industrie dabei geholfen werden, sich an die Folgen dieser Veränderung anzupassen. Im Rahmen der Partnerschaft "100 Resilient Cities" begleiten Veolia und der Rückversicherer Swiss Re die Stadt New Orleans (USA) bei der Umsetzung ihrer weltweit ersten Resilienzstrategie für kritische Anlagen. In Kopenhagen in Dänemark hat die Gruppe über ihre Tochter Krüger A/S in Zusammenarbeit mit dem nationalen meteorologischen Institut zum Schutz vor Hochwasser ein System für die Echtzeitverwaltung und -steuerung der Abwasserentsorgungsanlagen entwickelt. Schließlich fördert Veolia die Wiederverwendung von Abwasser zur Bekämpfung von Wasserknappheit. In Durban in Südafrika wird das städtische Abwasser von Veolia behandelt und anschließend in der Industrie wiederverwendet.

Als aktiver Bekämpfer des Klimawandels muss Veolia auch in Bezug auf die eigenen CO2-Emissionen mit gutem Beispiel voran gehen. „Als Besitzer von Anlagen sind wir dazu verpflichtet, unsere Umweltauswirkungen so stark wie möglich einzuschränken“, räumt Pierre Victoria ein. "Wenn wir die Verantwortung mit einem Industrieunternehmen teilen, müssen wir einen Dialog herstellen und uns auf ein Verfahren zur Verringerung der Treibhausgasemissionen einigen. Sobald wir ein Produkt kaufen, sind wir auch verantwortlich für die Umweltauswirkung dieses Produkts. Deshalb müssen wir gemeinsam mit unseren Lieferanten überlegen, wie wir diesen Fußabdruck möglichst gering halten können." Was könnte man noch tun? Vielleicht die vermiedenen Emissionen ermitteln (siehe oben)? Denn alles, was zur Bekämpfung der Klimaveränderung beiträgt, sollte als Motivation in den Vordergrund gestellt werden.  
 

1,5 °C: das ist die Grenze, die bei der Erderwärmung nicht überschritten werden sollte, um die Auswirkungen des Klimawandels zu stabilisieren.  

 
 
 

Hintergrund Eckdaten

Null Nettoemissionen 2050: Will man das Klima auf +1,5 °C stabilisieren, muss es bis 2050 gelingen, nicht mehr CO2 abzugeben, als absorbiert werden kann.

Hintergrund Eckdaten

Wir werden bis 2100 eine Klimaerwärmung von 5,5 °C erreichen, wenn wir nichts zur Senkung der Treibhausgasemissionen unternehmen. Die Folgen wären katastrophal.

Hintergrund Eckdaten

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