Die 4-Promille-Initiative gegen Erderwärmung

Interview mit dem Gründer und Vizepräsidenten der Initiative Stéphane Le Foll
Veröffentlicht Januar 2020

 

Stéphane Le Foll, Gründer und Vizepräsident der 4 Promille-Initiative, ehemaliger französischer Landwirtschaftsminister (2012-2017), Bürgermeister von Le Mans und Präsident von Le Mans Métropole

Stéphane Le Foll Portrait

Warum spricht man von 4 Promille?

Ich habe das Projekt "4 pour 1 000", auf Deutsch 4 Promille, im März 2015 auf der Grundlage einer INRA-Studie gestartet. Darin wurde veranschaulicht, was die Landwirtschaft unter bestimmten Voraussetzungen zur Verringerung der in der Atmosphäre enthalten Mengen an CO2 beitragen kann.

Wo steht die Initiative heute?

Die Initiative "4 pour 1 000", die jetzt vor bald vier Jahren im Rahmen einer Zusammenarbeit mehrerer Partner lanciert wurde, beruht auf zwei großen Themenbereichen: einem Aktionsprogramm für staatliche und nichtstaatliche Akteure für ein besseres Management des CO2 in den Böden; und ein internationales wissenschaftliches Forschungs- und Kooperationsprogramm. Sie wird derzeit von mehr als 250 Organisationen (Regierungen, Forschungseinrichtungen, NGOs, Universitäten, Stiftungen, Unternehmen etc.) unterstützt und umfasst 80 Unterzeichnerstaaten*, einen wissenschaftlichen Rat und ein Konsortium. Die Akteure der Initiative und die NGOs setzen die Arbeit im globalen Maßstab fort.

Welche Rolle spielt die Landwirtschaft im Kampf gegen die globale Erwärmung?

Kurz vor dem Weltklimagipfel COP21 dachte man beim Thema Landwirtschaft lediglich daran, weniger Fleisch zu essen und ein klimaschonendes Landwirtschaftskonzept zu entwickeln. Es war also Zeit, die Rolle der Landwirtschaft zu überdenken und darauf hinzuweisen, dass die Landwirtschaft nicht das Problem, sondern die Lösung ist, sofern ihr ein nachhaltiges Entwicklungs- und Produktionsmodell zugrunde liegt. Die Treibhausgasemissionen in der Landwirtschaft müssen natürlich gesenkt werden. Doch bietet die Landwirtschaft Möglichkeiten, die andere Sektoren nicht vorweisen können. Dank der Fotosynthese der Pflanzen kann vor allem in landwirtschaftlichen Böden das in der Atmosphäre überschüssige CO2 gespeichert werden.


Mehr:
* https://www.4p1000.org/sites/default/files/francais/original_partenaires_membres.pdf