Kohleausstieg Braunschweig

Gesagt. Getan. Kohleausstieg in Braunschweig

2022 statt 2038 – Warum sich das Braunschweiger Modell für einen beschleunigten Kohleausstieg wirtschaftlich lohnt.

Herausforderung

Suche nach alternativen Erzeugungsmethoden für die Wärme- und Stromversorgung Braunschweigs

Ziel

Kohleausstieg in Braunschweig - schon 2022 statt 2038

Veolia's Lösung

Sicherstellung der Wärme- und Stromversorgung mit klimaneutralem Energieträger Umstellung des Kraftwerks Mitte von Kohleverbrennung auf Biomasse- und Gasverbrennung Modernisierung weiterer bestehender Anlagenteile Ausschöpfen von Fördermitteln im Rahmen des KWK-Gesetzes

Climate

Voraussichtliche Emissionsbilanz -59 % CO2, -75 % Stickstoffoxide, -94 % Schwefeloxid, -92 % Staubemissionen

Auf der UN-Klimakonferenz in Katowice in Polen haben die teilnehmenden Staaten drei Jahre nach dem Pariser Klimaschutzabkommen die Spielregeln für den Kampf gegen die Klimaerwärmung beschlossen. Den dazu erforderlichen Ausstieg aus der Kohle setzen in Braunschweig BS|ENERGY und Veolia gemeinsam bereits in die Tat um.

An der Dekarbonisierung führt für Energieversorgungsunternehmen zukünftig kein Weg mehr vorbei. Lediglich auf die Frage des Zeitpunktes für den Ausstieg fehlt häufig noch die Antwort. Aber: Der Druck steigt. Anfang des Jahres hat sich die von der Bundesregierung eingesetzte Kohlekommission auf die Rahmenbedingungen für den Kohleausstieg geeinigt. Bis spätestens Ende 2038 soll die Stromgewinnung aus Kohle in Deutschland Geschichte sein. Derzeit kommt noch rund ein Drittel des Stroms in Deutschland aus Kohlekraftwerken. Die Umstellung auf alternative Ener­giegewinnung innerhalb der nächsten knapp zwanzig Jahre ist eine große Herausforderung. Und wie jede Herausforderung bietet auch diese zugleich enorme Chancen.

„Das größte Projekt der Firmengeschichte.“

Braunschweig, Niedersachsen. Am 19.12.2018 bestätigt der Aufsichtsrat von BS|ENERGY unter Vorsitz des Braunschweiger Oberbürgermeisters Ulrich Markurth die Entscheidung für die energiepolitische Wende in der Region.

„Wir investieren 220 Millionen Euro für die Umstellung der Kraft-Wärme-Erzeugung von Kohle auf Biomasse und Gas. Das ist eine enorme Summe – das größte Projekt der Firmengeschichte“, erklärt Paul Anfang, stellvertretender Vorstandsvorsitzender von BS|ENERGY.

Damit ist der Weg frei für das Projekt „Erzeugung 2030“ und für eine nachhaltige Versorgung eines der größten Fernwärmenetze in Deutschland. Der Energie­versorger wird damit zum „First Mover“ beim Kohleausstieg in Niedersachsen und zu einem der ersten Unternehmen in Deutschland, die in die Tat umsetzen, was Regierung und Verbände, die Gesellschafter des Unternehmens, deren Kunden und eine große Mehrheit der Bürger fordert. Es ist ein sinnvolles und imageträchtiges Klimaschutz-Projekt, das vor allem aber eines ist: ein entscheidender Schritt hin zu Versorgungssicherheit und Wirtschaftlichkeit.
 

Die ehrgeizige Dekarbonisierungsstrategie ist aber nur das jüngste Projekt des Versorgers. Als regionaler Energieversorger setzt BS|ENERGY seit vielen Jahren intensiv auf den Ausbau und die Modernisierung des Fernwärmenetzes als umweltfreundliche Wärmeversorgung. Und das nicht nur in Braunschweig, sondern unterstützend auch in Springe und Görlitz, wo jüngst eine Erweiterung der Netze erfolgt ist.

Braunschweig als Referenz für den Kohleausstieg

Perspektivisch stand das Unternehmen vor der Frage der Modernisierung der Anlage oder einer radikalen Neuorientierung. Fast drei Jahre lang sind umfassend Varianten für die zukünftige Energieerzeugung analysiert worden. Zuletzt wurden sämtliche möglichen Kombinationen aus Biomasseheizkraftwerk, Gasturbinenheizkraftwerk und Abwärme aus Industriefertigung geprüft.

„Insbesondere über die Nutzung von Industrieabwärme aus dem Stahlwerk der Salzgitter Flachstahl GmbH haben wir diskutiert, weil sie besonders klima­freundlich wäre. Aber die Versorgung ist vom Stahlmarkt und vom Energiemanagement des Unternehmens abhängig. Beides können wir nicht beeinflussen“, so Anfang. „Die Entscheidung für Altholz und Erdgas ist aus unserer Sicht der richtige Schritt für Braunschweig.“

Die jetzt gewählte Lösung ist eine hervorragende Referenz für vergleichbare Projekte von Städten und Kommunen in Deutschland und Europa.

Versorgungssicherheit, Klimaschutz, Wirtschaftlichkeit

Die gleichwertige Berücksichtigung von Versorgungssicherheit, Klimaschutz und Wirtschaftlichkeit hat die Entscheidung für die Kombination Biomasse/Erdgas maßgeblich geprägt. Für die Grundlast der Energieerzeugung wird die Altholzanlage sorgen, in Spitzenzeiten ergänzt um ein Gasturbinenheizkraftwerk.

Versorgungssicherheit: Die benötigte Menge Altholz beträgt rund 180 000 Tonnen pro Jahr. Weil in einem Umkreis von 250 Kilometern jährlich mehrere Millionen Tonnen verfügbar sind, darf die Versorgung als langfristig gesichert gelten.

Klimaschutz: Durch die Dekarbonisierung der Energieerzeugung unterschreiten die Emissionen die Grenzwerte im Vergleich zur Kohleverbrennung erheblich: Bei Kohlendioxid sind es künftig etwa 59 Prozent weniger, bei Stickstoffoxid 75 Prozent, bei Schwefeldioxid 94 Prozent und bei den Staubemissionen 92 Prozent. Es ist ein signifikanter Beitrag zum Klimaschutz, der einen erheblichen politischen und gesellschaftlichen Mehrwert bietet. Dafür wurde BS|ENERGY im Dezember 2018 mit dem begehrten CSR-Label für gesellschaftliche Verantwortung vom Europäischen Verband der öffentlichen Arbeitgeber und Unternehmen (CEEP) ausgezeichnet.

Wirtschaftlichkeit: Entscheidend für die Zustimmung sämtlicher Stakeholder im Prozess der Umstellung waren schließlich auch wirtschaftliche Aspekte. Der Primärenergieträger Altholz ist zum einen kostengünstig. Zum anderen lässt sich durch die flexible Kombination der neuen Biomasse- und Gasturbinenkessel, die Einspeisung oder Eigennutzung des erzeugten Stroms und die marktorientierte Nutzung kostengünstigen Wind- und Solarstroms im Elektrokessel flexibel Strom einkaufen oder selbst erzeugen. „Diese Flexibilität ist heute Voraussetzung, um auf dem agilen Energiemarkt zu bestehen. So aufgestellt können wir unseren Kunden auch zukünftig attraktive Produkte anbieten“, sagt Julien Mounier, Vorstandsvorsitzender von BS|ENERGY und Geschäftsführer bei der Veolia Energie Deutschland GmbH.
 

Das Heizkraftwerk Mitte

Grafik Erzeugung

Die neuen Anlagenteile:

1    Gasturbinenheizkraftwerk

2    Altholzaufbereitung und -lagerung
3    Förderanlage

4    Steuerungsgebäude

5    Kesselhaus Biomasseheizkraftwerk mit Abgasreinigung

Das Unternehmen investiert in den Ausbau von Zukunftsfeldern wie klimaneutraler Strom- und Wärmeversorgung, Nachhaltigkeit urbaner Infrastrukturen, Digitalisierung und Energieeffizienz am Standort Braunschweig rund 335 Millionen Euro innerhalb der nächsten fünf Jahre. Geschätzte kumulierte Umsatzerlöse im Zeitraum von 20 Jahren: drei Milliarden Euro – Klimaschutz als intelligente Investition.

„Die zukunftsfähigere Aufstellung der Energieversorgung wird in den nächsten Jahren zentrales Thema mit deutlicher Präferenz in allen Regionen Deutschlands und Europas werden“, so Mounier. „Wir sind bereit.“

Erfahren Sie mehr unter: www.bs-energy.de/privatkunden/unternehmen/erzeugung-der-zukunft/

 

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Schlüsselwörter

Klimaschutz Kommunen Energiewende