Für Coca-Cola FEMSA den Unterschied machen

Als Veolia Anfang 2020 die Betriebsphase der Abfüllanlagen und Vertriebszentren von Coca-Cola FEMSA in Kolumbien startete, stand das Unternehmen vor der großen Herausforderung, während der Corona-Beschränkungen die Kontinuität der industriellen Prozesse an Standorten zu gewährleisten, die rund um die Uhr in Betrieb sind.
The essential
HERAUSFORDERUNG
Inmitten der weltweiten Covid-19-Pandemie einen neuen Auftrag von Coca-Cola FEMSA starten.
Ziel
An sämtlichen Standorten von Coca-Cola FEMSA in Kolumbien eine funktionsfähige Recycling- und Energieeffizienz-Lösung einführen.
VEOLIAS LÖSUNG
Den Business-Continuity-Plan von Veolia aktivieren, um die betriebliche Kontinuität und Reorganisation der Teams zu gewährleisten und den Energie- und Recyclingbedarf von Coca-Cola FEMSA während der Corona-Beschränkungen effizient zu decken.
Veröffentlicht Januar 2021

Im Herbst 2019, als Veolia und Coca-Cola FEMSA - Kolumbien die Bedingungen für einen größeren Vertragsabschuss über das Recycling und die Energierückgewinnung durch Abfallverwertung an 26 Standorten festlegten, ahnte noch niemand, dass bald eine Pandemie zu weltweiten Ausgangsbeschränkungen führen würde. Kolumbiens Regierung ergriff im März strenge Corona-Maßnahmen und hob die Ausgangssperre im Land erst am 1. September wieder auf. Trotz allem konnten die Teams beider Partner ihren Auftrag ohne größere Zwischenfälle nach Zeitplan erfüllen! "Am 1. April nahmen wir in diesem schwierigen Kontext den Betrieb auf, um unsere Leistungen für Coca-Cola FEMSA landesweit zu erbringen", erklärt Oscar Garcia, CEO von Veolia in Kolumbien. "Die Corona-Krise ist eine noch nie dagewesene Herausforderung, der wir uns unerwartet stellen mussten. In einem solch komplexen Kontext ist alles kompliziert, auch die Einstellung von 78 Mitarbeitern bei eingeschränkter Mobilität und Verfügbarkeit. Unsere Rettung? Eine genaue Stellenbeschreibung und eine klare Vorstellung von den gesuchten Profilen, geeignete Schutzmaßnahmen (einschließlich PCR-Tests) und die von Veolia im Vorfeld erstellten Business-Continuity-Pläne. Dank dieses Maßnahmenkatalogs erfüllten unsere Einsätze in jeder Hinsicht die hohen Standards und Anforderungen der Lebensmittelindustrie.“ 

Die Eckdaten des Vertrags

7 Abfüllanlagen und 19 Vertriebszentren von Coca-Cola FEMSA in Kolumbien

78 Veolia-Mitarbeiter, die für die Standorte von Coca-Cola FEMSA arbeiten

über 1.000 Tonnen Material (Glas, Papier, Metall und Holz), das zwischen April und August 2020 verarbeitet wurde

Die Zeit davor

15 Monate zuvor, als Veolia in Kolumbien auf die Ausschreibung von Coca-Cola FEMSA antwortete, wollte der weltweit führende Abfüller von Coca-Cola-Produkten und größte Getränkelieferant Lateinamerikas ein integriertes Abfallmanagementsystem für seine sieben Abfüllanlagen und 19 Vertriebszentren in ganz Kolumbien einführen. Veolia konnte Coca-Cola FEMSA zunächst mit technischer Kompetenz, Kosteneffizienz und gemeinsamen Zielen überzeugen. Ausschlaggebend für den Zuschlag war jedoch der Vorschlag, sämtliche Recyclingmaterialien aus dem Produktionsprozess (Papier, Holz, Glas und Stahl) zu neuen Produkten - von Toilettenpapier über Holzpaletten bis hin zu Glas und Profilstahl - weiterzuverarbeiten. Produkte, die preisgünstig und rückverfolgbar sind und möglichst lokal recycelt werden. Veolia hat sich außerdem dazu verpflichtet, die gefährlichen Abfälle der Standorte zu behandeln, wie z.B. Chemikalien und Behälter. 

Kraft-Wärme-Kälte-Kopplung mit Erdgas

Kraft-Wärme-Kälte-Kopplung mit Erdgas ist das Kernprojekt eines ebenfalls 2019 zwischen Veolia und Coca-Cola FEMSA unterzeichneten Vertrags, an dem - trotz der pandemiebedingten Einschränkungen - weiterhin gearbeitet wird. Es betrifft die energetische Autonomie der Anlage in Barranquilla. Das Vorhaben umfasst die kombinierte Erzeugung von Strom, Warmwasser und Kälte (Kraft-Wärme-Kälte-Kopplung) mithilfe einer einzigen Brennstoffquelle, in diesem Fall Erdgas. Der Strom wird von zwei 1.475 kW-Generatoren erzeugt. Die Abgase dieser Generatoren werden in einen Kessel eingespeist, in dem das Wasser zum Heizen in Dampf umgewandelt wird. Das Kühlwasser der Kühler gelangt anschließend über eine Absorptionskältemaschine in den Kühlkreislauf. 

Reaktion auf Covid-19

In den letzten Monaten ist es Veolia - Kolumbien gelungen, die Qualität seiner Arbeit aufrechtzuerhalten. Schon in normalen Zeiten ist es eine echte Challenge, dem Kunden den Rücken frei zu halten, mit Corona jedoch musste das Veolia-Team besonders flexibel, reaktionsschnell und ideenreich sein. "Es ist klar, dass alle mit den Folgen der Pandemie zu kämpfen hatten", sagt Camilo Rodriguez, zuständig für die Beschaffung bei Coca-Cola FEMSA - Kolumbien. „Für uns", so fährt er fort, "war entscheidend, dass Veolia unsere Bedürfnisse verstand und die betrieblichen Abläufe und das Geschäftsmodell an diese neue Realität anpassen konnte. Ausschlaggebend war, dass Veolia auf unsere Anforderungen eingehen konnte und sämtliche Vorgänge im Zusammenhang mit unseren produzierten Materialien beherrschte. Trotz der erschwerten Rahmenbedingungen hat Veolia die von Coca-Cola FEMSA Kolumbien gesetzten Ziele des Recyclingvertrags erreicht, ohne den Betrieb zu unterbrechen. Veolia ist ein strategisch wichtiger Partner, der die Dynamik dieses Marktes begreift und durch seine Expertise und seine Messinstrumente ein tadellosen Abfallmanagement gewährleistet", ergänzt Camilo Rodriguez. "Einer der wesentlichen Punkte war die Fähigkeit von Veolia, sich auf die Pandemie einzustellen: aufgrund der großen Beweglichkeit des Unternehmens konnten die Projekte gestartet und der Vertrag unter extremen Bedingungen umgesetzt werden.“ 

Für Veolia war die Umsetzung dieses neuen Vertrags während der Corona-Beschränkungen eine wertvolle und aufschlussreiche Erfahrung. „Veolia - Kolumbien wollte eine schnelle Lösung für diese Krise finden, wobei man sich auf zwei Prinzipien stütze", fasst Oscar Garcia zusammen. „Wir wollten unseren Kunden gegenüber eine einwandfreie Servicequalität aufrechterhalten und die Gesundheit und Sicherheit unserer Mitarbeiter durch Ad-hoc-Biosicherheitsmaßnahmen schützen. Um dies zu erreichen, mussten wir schnelle Entscheidungen treffen, unseren Mitarbeitern Verantwortung übertragen und auf die Marktentwicklungen reagieren. Coca-Cola FEMSA gelang es, sich an die neuen Gewohnheiten seiner Kunden anzupassen; so nahm beispielsweise der Konsum von Wasser und anderen Produkten im "Familienformat" zu, was uns dazu veranlasst hatte, die Prozesse der Sammelstellen unverzüglich zu ändern. In einigen Fällen mussten die Preise für den Verkauf von Materialien neu verhandelt werden. Wir haben unsere betrieblichen Abläufe schnell an den Kundenbedarf angepasst.“ 

Gespräch mit Camilo Rodriguez, Supply Chain Manager von Coca-Cola FEMSA - Kolumbien

"Gemeinsames Programm“

Coca-Cola FEMSA und Veolia haben eines gemein: Beide möchten wichtige Akteure in der Kreislaufwirtschaft sein. Eine Ambition, die sich in dem neuen, in Kolumbien unterzeichneten Vertrag widerspiegelt. "Bei Coca-Cola FEMSA arbeiten wir engagiert auf unser globales Ziel hin, bis 2030 100 % der auf den Markt gebrachten Verpackungsmaterialien zu sammeln und zu recyceln, aber auch die in unseren Betrieben verwendeten nutzbaren Ressourcen verantwortungsvoll zu verwalten", sagte Camilo Rodriguez, Supply Chain Manager bei Coca-Cola FEMSA - Kolumbien. "Um dies zu erreichen, müssen wir strategische Allianzen schaffen und Abfällen aus unserer Produktion zu einem zweiten Lebenszyklus verhelfen." Für Veolia Kolumbien bedeutet dies, sich auf eine möglichst nachhaltige Behandlung der im Produktionsprozess von Coca-Cola FEMSA anfallenden Reststoffe zu konzentrieren. "Wir bemühen uns insbesondere, den Betrieb landesweit zu vereinheitlichen und sicherzustellen, dass die produzierten Materialien zum Endverarbeiter befördert werden. Unsere derzeitige Herausforderung besteht darin, in jedem Abschnitt der Kette für optimale Abläufe zu sorgen, um für den Kunden und auch für uns einen maximalen Mehrwert zu schaffen. Wir arbeiten mit traditionellen Recycling-Netzwerken zusammen, um die besten Praktiken bei der Materialverarbeitung zu ermitteln.“ Veolia Kolumbien nutzt sein Know-how, sein Netzwerk an Recyclinganlagen und seine gute Kenntnis der Märkte, um für nachhaltiges Materialrecycling zu sorgen.

Kraft-Wärme-Kälte-Kopplung mit der BASF in Finnland

Hier noch ein schönes Beispiel für einen kollaborativen Ansatz: Veolia hat sich über seine finnische Tochtergesellschaft STEP mit dem deutschen Chemie-Riesen BASF zusammengetan, um eine Kraft-Wärme-Kälte-Kopplungsanlage (Dampf, Wasser und Druckluft) im Industriepark Harjavalta, wo die BASF ein Zentrum zur Herstellung von Rohstoffen für Elektrofahrzeugbatterien errichtet hat, zu finanzieren, zu bauen und zu betreiben. Dieser Vertrag im Wert von fast 240 Millionen Euro ist eine wichtige Etappe im Veolia-Strategieprogramm „Impact 2023“.

Tomi Ihalainen, Senior Vice President Utility Solutions bei STEP, sagte: "Dies ist nicht nur ein großer Vertrauensbeweis der BASF, sondern zeigt auch unsere Fähigkeit auf, Lösungen zu entwickeln, mit denen unsere Kunden ihre Kosten optimieren und gleichzeitig ihren ökologischen Fußabdruck reduzieren können. STEP und Veolia sind stolz darauf, an der Entwicklung der Batteriesparte von Harjavalta mitwirken zu dürfen und dazu beizutragen, dass das Elektrofahrzeug bei einem immer weiteren Teilen der Weltbevölkerung zum Bestandteil des Alltags wird.“