Digitalisierung in Braunschweig

Die Chancen der Digitalisierung bei der Energiewende

Dr. Volker Lang verstärkt seit Januar 2019 das Vorstandsgremium von BS|ENERGY. Vom neuen Anteilseigner Thüga als Geschäftsführer für Digitalisierung benannt, setzt der ausgewiesene Energiespezialist alles daran, im Zuge des digitalen Wandels auch die Energiewende voranzutreiben – aus persönlicher Überzeugung und mit ehrgeizigen Zielen, wie er VEOLUTIONS im Gespräch erzählt.

Wie wird die Digitalisierung die Energiewirtschaft verändern und wie trägt sie zur Energiewende bei?

Dr. Volker Lang: Die Digitalisierung wird das Energiegeschäft fundamental verändern, dabei sehe ich vor allem drei Stoßrichtungen.

Erstens: Die Kundenansprache verändert sich. Durch digitale Angebote erreichen wir wichtige Zielgruppen besser.

Zweitens: Der digitale Wandel beschleunigt auch interne Geschäftsprozesse, durch genaue Datenanalysen können wir Unternehmensentscheidungen besser treffen, zum Beispiel bei Ausfällen in technischen Prozessen oder Energieverbrauchsprognosen.

Drittens: Ohne Digitalisierung wird die Energiewende nicht funktionieren – weder die sinnvolle Steuerung dezentraler Erzeugungsanlagen wie PV, BHKW oder Wind noch Energieeinsparung oder Sektorkopplung. Gerade im städtischen Umfeld, z. B. im Rahmen von Quartierslösungen und Elektromobilität, brauchen wir intelligente Systeme.

Dr. Volker Lang

Dr. Volker Lang

"Wir wollen Geschäftsmodelle entwickeln, die unseren Kunden klare Vorteile bringen."

Welches neue Geschäftspotenzial bietet sich durch die Digitalisierung und wie kann dies den Geschäftsbereich Energie bei BS|ENERGY stärken?

Dr. Volker Lang: Wir werden in unserem Kerngeschäft für Strom, Wärme und Wasser noch besser, indem wir Kunden zielgenauer ansprechen, schneller agieren und unsere Angebotspalette sinnvoll ausweiten, z. B. über Telekommunikationsprodukte. Wir nutzen dafür technische Möglichkeiten, die vor einiger Zeit noch gar nicht denkbar waren. Außerdem erschließen wir mit unserer Digitalisierungsagentur neue Geschäftsfelder, etwa bei kostengünstigen Funknetzen wie LoRaWAN- und Glasfasernetzen. Die genaue Ortskenntnis eines regionalen Versorgers und die Verbindung zu unseren Geschäftsaktivitäten im Vertrieb, aber auch im Bereich der Netzinfrastruktur sehe ich als große Chance.

Was sind Ihre Ziele 2019 und was sind erste konkrete Schritte?

Dr. Volker Lang: Gerade bauen wir die Digitalisierungsagentur auf. Als wichtige Partner sehen wir die Stadt Braunschweig und die Thüga, von deren Erfahrungen in anderen deutschen Städten wir profitieren. Unsere Fokusthemen sind definiert, die Schwerpunkte werden sich in der konkreten Arbeit herausstellen. Bis Ende 2019 stehen einerseits die Stärkung der digitalen Infrastruktur in Braunschweig, der Ausbau der Ladeinfrastruktur für Elektromobilität im öffentlichen und halb­öffentlichen Bereich, der Ausbau des öffentlichen WLANs und der Glasfaserausbau im Fokus. Zum anderen wollen wir auf Basis dieser Infrastruktur Geschäftsmodelle entwickeln, die unseren Kunden klare Vorteile bringen. 2019 entwickeln und pilotieren wir erste Ideen.

 

Lesen Sie das Dossier