Hamamatsu

Demographischer Wandel: Lokale Wirtschaftsprojekte fördern

In Japan wie in anderen Ländern hält die Landflucht an. Viele Erwerbstätige verlassen den ländlichen Raum, um in Großstädten wie Tokio oder Osaka zu arbeiten. Um für die Arbeitnehmer attraktiver zu werden, möchte die Stadt Hamamatsu das Programm POP UP by Veolia lancieren. Ziel ist, sozial orientierten Unternehmern Instrumente zur Strukturierung und Weiterentwicklung zur Verfügung stellen.

Herausforderung

Demografischer Wandel: Japans Gesellschaft geht trotz Einwanderung stark zurück

Ziel

Die Attraktivität der Städte für die aktuellen und künftigen Einwohner erhöhen und die lokale Wirtschaft beleben.

Veolia's Lösung

Den sozialen und ökologisch ausgerichteten Start-ups vor Ort dabei helfen, sich über den innovativen Ansatz POP UP by Veolia zu strukturieren.

Die Bevölkerung Japans geht vor allem in ländlichen Gebieten zurück, wobei sich diese Entwicklung fortsetzt. Mit einer alternden japanischen Gesellschaft und einer relativ stabilen, wenn gleich nicht sehr hohen Geburtenrate wird die Kluft zwischen den Generationen immer größer. Aufgrund dieser Entwicklung wird das Budget von Staat und Gebietskörperschaften stark belastet, denn dem Pflege- und Unterkunftsbedarf dieser älteren Bevölkerung muss Rechnung getragen werden.


Hamamatsu 1

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Hamamatsu 2

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Hamamatsu 3

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Hamamatsu 4

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Auch in der 250 km südlich von Tokio gelegenen Küstenstadt Hamamatsu mit ihren 800 000 Einwohnern muss man sich diesem Problem stellen. Zur Finanzierung lebensnotwendiger Infrastrukturen hat man dort eine innovative Strategie ausgearbeitet: Man bietet eine 20-Jahres-Konzession für das Abwassermanagement der Stadt an, die an bestimmte Bedingungen geknüpft ist. Hinter dieser ungewöhnlichen langen Vertragsdauer in einem Land, in dem traditionsgemäß 1- bis 3-Jahres-Verträge abgeschlossen werden, verbirgt sich ein ganz besonderes Anliegen: Man möchte eine innovative Lösung zur Wiederbelebung der Stadt finden. „Der Vertrag umfasst den Betrieb, die Wartung und die Erneuerung der Anlagen der größten Abwasserbehandlungsanlage der Stadt.

Der Anbieter sollte außerdem innovative Ideen haben, wie z.B. die Förderung eines sozialen Start-up-Systems“, erläutert Shiori Sekiguchi, Koordinatorin für Konzessionsprojekte bei Veolia Japan.

Im März 2017 entschied sich die Stadt für das Projekt von Veolia. Es beruht auf einem neuen Ansatz, genannt POP UP by Veolia, der Anreize für die soziale lokale Wirtschaft unter Einbeziehung der Bevölkerung bietet. „Bei der Vorabanalyse stellten wir fest, dass es in Hamamatsu kein Unternehmernetzwerk gibt. Es ist folglich schwierig, Tipps und Feedback zu bekommen. Wir schlugen deshalb ein Inkubationsprogramm vor, bei dem soziale Unternehmer ihre Ideen und ihre Geschäftstätigkeit ausbauen können“, berichtet Satoko Ibi, stellvertretende Leiterin des technischen Dienstes von Veolia in Japan. Das für Hamamatsu vorgeschlagene Programm gründet auf dem 2014 initiierten Ansatz POP UP by Veolia, der von Veolia bereits in mehreren Ländern angewendet wurde. „Mit dem Inkubator “Impact Hub Tokyo” konnten wir den Bedarf sowie die bestehenden lokalen Akteure ermitteln. Darüber hinaus haben wir eine Partnerschaft aufgebaut, um den lokalen Unternehmen ein Exzellenzprogramm anzubieten“, setzt Satoko Ibi fort. Ab September 2019 können sich die Unternehmen dafür bewerben.

Ein 6-monatiges Intensivprogramm

Zwei Beispiele für die Zusammenarbeit

INDIEN. Die 2018 gegründete Force (Forum of organized resource conservation and enhancement) ist eine Nichtregierungsorganisation. Dort konzentriert man sich auf gemeinschaftlicher Ebene auf die Lösung von Gesundheitsproblemen. Veolia besteht unterstützt die Experten für soziale Sicherheit bei Nangloi Water Service. Die Teams treffen sich sechs Monate lang mit den Mitgliedern von 300 Haushalten in Nangloi (im Ballungsgebiet Neu-Delhi), um sie für Trinkwasser und die vorgeschriebenen Wasseranschlüsse zu sensibilisieren.

FRANKREICH. 2016 wurde in Lyon die Vereinigung La Cravate gegründet. Sie unterstützt die Eingliederung in die Arbeitswelt, stellt kostenlos Arbeitskleidung für Männer und Frauen zur Verfügung und führt mit den Arbeitssuchenden vorbereitende Bewerbungsgespräche. Die Zusammenarbeit von Veolia und dieser Vereinigung bestand in der Organisation von drei Kleidersammelaktionen am Veolia-Campus sowie dem Führen von Bewerbungsgesprächen. 

„Wir werden nun acht bis zehn Unternehmer auswählen, die von Dezember 2019 bis Mai 2020 eine Schulung durchlaufen“, erläutert Nina Cambadelis, die CSR- und Nachhaltigkeitsverantwortliche bei Veolia Asien. Das Programm soll sozial orientierte Unternehmer dabei unterstützen, ihr Projekt, ihre Ziele und ihre Kunden festzulegen, aber auch ein Geschäftsmodell zu definieren und weiterzuentwickeln. Dabei wird ein Zeitfenster zur Ausarbeitung einer Marketing- und Finanzstrategie und zur Vorbereitung einer Pitch-Präsentation eingeräumt.

„Veolia hat sich dazu verpflichtet, das jährlich oder zweijährlich gestartete Programm in allen seinen Phasen zu fördern“ erläutert Nina Cambadelis.

Dieser Ansatz ist umso innovativer, als die Japaner traditionsgemäß die lokale Wirtschaft über vereinzelte finanzielle Hilfen oder Sponsoring-Aktionen, z.B. jährliche Events, unterstützen. „Wir bieten einen vollkommen neuen Ansatz zur Strukturierung lokaler Akteure und zum Aufbau eines sozialwirtschaftlichen Systems an“, erklärt Kazuhiro Uchino, die Vizepräsidentin von Veolia in Japan. Die Idee einer Sozialwirtschaft ist neu in Japan, wo Unternehmungen dieser Art vor allem von den Nichtregierungsorganisationen und über Wohltätigkeitsprogramme durchgeführt werden. Eine 20-jährige Konzession für einen Global Player, zahlreiche innovative Lösungen, ein Programm zur Entwicklung langfristiger lokaler Initiativen - dazu meint zuhiro Uchino:

“Die japanischen Kommunen werden die Umsetzung dieses Projekts aufmerksam mitverfolgen, denn zahlreiche Städte sind mit derselben Problematik konfrontiert. Auf dem Markt wird man schnell merken, dass wir einen hohen Mehrwert schaffen können.“

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