Altes Fett für neue Energie

Altes Fett für neue Energie

Die Kläranlage Schönebeck (Elbe), einst einer der größten Energieverbraucher in der Stadt, läuft heute dank der von Veolia gezielt eingesetzten Co-Vergärung mit Altfetten stromautark und erzeugt sogar einen Energieüberschuss

Herausforderung

Hoher Energieverbrauch von Anlagen und ungenutzte Energiepotenziale

Ziel

Energieeffizienz steigern und optimale Ausnutzung von Energieträgern

Veolia's Lösung

Bedarfsgesteuerte Zufuhr von Co-Substraten wie Fett zum Klärschlamm im Faulungsprozess, Steigerung der Biogasgewinnung und -verwertung

Climate

Energieautarkie, Beitrag zur Dekarbonisierung

Die Nutzung von Klärschlamm für die alternative Energieerzeugung und die Verwendung von Klärgas als Baustein der Dekarbonisierung sind wertvolle Beiträge zum Klimaschutz. Dabei können auch organische Abfälle als Energieträger genutzt werden. So hält es Veolia, seit vielen Jahren verlässlicher Partner der Stadt Schönebeck (Elbe) in der Abwasserentsorgung, jetzt auch mit dem Fett, das in den Küchen von Gaststätten, Hotelrestaurants oder produzierenden Betrieben in der Stadt und dem Umland anfällt. „Dieses Fett hat so viel Energie, dass es die pure Verschwendung wäre, es gedankenlos zu entsorgen und daraus keinen Nutzen zu ziehen“, erklärt Sebastian Lösch, Niederlassungsleiter der Veolia Wasser Deutschland GmbH mit Zuständigkeit für den Standort im Norden Sachsen-Anhalts.  

Für die Schönebecker Kläranlage, die über eine Kapazität von 90 000 Einwohnerwerten verfügt, entwickelte Veolia ein innovatives Konzept, um die energiereichen Abfälle systematisch verwerten zukönnen. Keine einfache Aufgabe. Der bakterielle Abbau von organischen Stoffen findet im Faulturm in einem anaeroben Milieu statt. Um die Zugabe von weiterem Futter für die Bakterien bestmöglich zu dosieren, ist Fingerspitzengefühl erforderlich.  

 

Neuer Speicher:

25 m3 Fassungsvermögen: Ein neuer großer Speicher im Keller des Betriebsgebäudes stellt die ausreichende Zufuhr des Co-Substrates sicher.
Großer Speicher

 
Auf der Kläranlage wurde eine separate Annahmestelle für die sogenannten Co-Substrate eingerichtet. „Unser Ziel bestand von Anfang an darin, damit eine noch bessere Energieausbeute bei der Faulung des Klärschlamms zu erzielen“, schildert Bereichsleiter Marco Feldheim. Und: „Wir hatten uns vorgenommen, die Zahlen Jahr für Jahr zu verbessern.“ Was eindrucksvoll gelungen ist. Indem die Menge der angenommenen Co-Substrate steigt, wächst auch der Anteil umweltfreundlich erzeugter Energie. 2016 sind rund 4 300 Kubikmeter Fett auf der Kläranlage angeliefert worden. 2017 waren es schon rund 6 000 Kubikmeter, 2018 sogar 7 430 Kubikmeter Co-Substrate. 

Seit der erfolgreichen Testphase in den Jahren 2012 und 2013 nutzen immer mehr Unternehmen in der Region die Möglichkeit, ihr Fett abholen zu lassen. Doch auf die größeren Mengen angelieferter Co-Substrate musste man sich auf der Anlage auch logistisch erst einstellen. „Als wir mit dem Projekt Co-Vergärung angefangen haben, hatten wir zwei kleine Tanks von je viereinhalb Kubikmetern, wo wir die Co-Substrate zwischenlagern konnten. Mittlerweile haben wir investiert und können bis zu 25 Kubikmeter auf­bewahren“, betont Marco Feldheim. Das ist wichtig für den betrieblichen Ablauf. Im Faulturm darf nicht beliebig viel Co-Substrat verwertet werden.
 

Blockheizkraftwerk

„Grünes Kraftwerk“: Zwei Blockheizkraftwerke erzeugen Strom zur Versorgung der Anlage oder
speisen diesen bei überschüssigem Angebot auch ins öffentliche Netz ein.
Blockheizkraftwerk

​Nebenbei Ökostromproduzent.

Das Verhältnis zu der Menge des Klärschlamms sollte stets bei circa 1 zu 3 liegen. Auf diese Weise ließen sich die Mengen flexibler handhaben, ergänzt Abwassermeister Mike Dragon. „Mal wird weniger Fett geliefert, mal ist es mehr. Damit können wir jetzt auf die betrieblichen Abläufe besser reagieren.“

Das Ergebnis dieser umweltfreundlichen Erzeugung von Energie kann sich sehen lassen: „Wir kommen zwar nicht umhin, Strom zuzukaufen, da der Bedarf auf der Kläranlage je nach Abwasseranfall schwankt. Aber in der Gesamtbilanz“, freut sich Marco Feldheim, „sind wir dank umweltfreundlicher Energieerzeugung stromautark, da wir oft mehr Strom als für den Anlagenbetrieb nötig produzieren.

Auch wenn es nach wie vor hauptsächlich um die Abwasserreinigung geht: Auf der Kläranlage in Schönebeck entwickelt man sich durch das Know-how von Veolia vom Energieverbraucher zum Energieerzeuger – und das ist ein Gewinn für die Stadt. 
 

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Schlüsselwörter

Kommunen Energiewende